Hawksbill turtle, Eretmochelys imbricata, Meeresschildkröte

Von schlauen Netzen und runden Haken

  • Nora Kieselbach
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Wie die Medienstelle von WWF Schweiz gestern mitteilte, sterben jährlich 250‘000 Meeresschildkröten einen grausamen Tod. Sie verenden qualvoll als Beifang in den Netzen der Fangflotten und an den Haken der Langleinen-Fischerei. Jetzt hat der WWF einen neuen Rundhaken entwickelt, der den Schildkröten-Beifang massiv reduziert. Damit können die bedrohten Tiere gerettet werden.

Meeresschildkröten gibt es seit über 225 Millionen Jahren. Sie haben die Kleine Eiszeit überlebt und auch die Dinosaurier. Doch jetzt sind sie massiv bedroht. Die früher umfangreichen Bestände wurden stark dezimiert. Ein grosses Problem dabei ist die Fischerei. Denn jedes Jahr sterben 250‘000 Schildkröten, weil sie in den Netzen und an Langleinen der Fischer hängen bleiben und qualvoll sterben.

Der WWF hat nun einen speziellen Rundhaken entwickelt, mit dem sich der Beifang von Meeresschildkröten massiv senken lässt. Darüber hinaus können Fangnetze mit artspezifischen Fluchtfenstern ausgerüstet werden, durch die die Schildkröten entkommen können. „Wenn diese neue Techniken weltweit umgesetzt werden, kann der Schildkröten-Beifang zu über 90 Prozent vermieden werden”, sagt Stefan Inderbitzin vom WWF Schweiz.

Der WWF schreibt zudem seit einigen Jahren regelmässig den weltweiten Wettbewerb „Smart Gear“ („Schlaue Netze“) aus, bei dem Innovationen prämiert werden, die den Beifang reduzieren. Inzwischen gibt es bereits eine Vielzahl praktischer Lösungen, die den unerwünschten Beifang vermindern. Von akustischen Signalgebern in Stellnetzen, die Wale und Delfine auf Abstand halten bis hin zu Scheuchvorrichtungen für Seevögel an Langleinen.

Meeresschildkröten gibt es heute weltweit nur noch sieben Arten – die Lederschildkröte, die Echte und die Unechte Karettschildkröte, die Kemp’s Bastardschildkröte, die Pazifische Bastardschildkröte und zwei Arten von Suppenschildkröten. Sie legen ihre Eier an Stränden ab, wo sie durch die Wärme der Sonne ausgebrütet werden. Ein Gelege umfasst in der Regel über 100 Eier. Die frisch geschlüpften Schildkrötenjungen wiegen etwa 20 Gramm. Auf ihren Wanderwegen zwischen den Erdteilen legen die Meeresschildkröten riesige Entfernungen zurück, kommen aber zur Eiablage immer wieder zu dem Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind. Von welchen Einflüssen sie dabei geleitet werden, ist bis heute nicht geklärt.

WWF Schweiz

Bild: © Jürgen Freund / WWF-Canon

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