© Eclipse.sx (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0)], via Wikimedia Commons
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Vogelwarte testet Radar bei Windkraftanlagen

  • Nicole Wabersky
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Vögel nutzen die Luftströme um kräftesparend längere Distanzen zu überbrücken. Mit der Errichtung von Windkraftanlagen kommt es besonders bei Alpenpässen und Jurahöhen zu einer Gefahr für die Vögel. Hierbei wird nicht nur der Zug größerer Schwärme beeinträchtigt, sondern auch einzelne Vögel, wie Greifvögel und Störche. Diese Tiere können nicht nur vom Sog zu Boden geschleudert werden, sondern auch mit den Rotorblättern kollidieren. Auch brütende und sensible Vogelarten, wie die Heidelerche und das Auerhuhn werden durch die Infrastruktur beeinträchtigt und gestört.

Derzeit wird ein neues, kleines Vogel-Radar-Gerät getestet, welches von Swiss-Birdradar und unter der Beteiligung von Dr. Felix Liechti (Schweizerische Vogelwarte Sempach) entwickelt wurde. Wie auf der Internetseite von Swiss-Birdradar zu lesen, handelt es sich hierbei um ein Radar-Gerät, welches einen fixen Signalkegel ausgibt. Ein Objekt das diesen Kegel durchfliegt, wird automatisch in Echtzeit detektiert. Mit Hilfe des Echos erkennt das Gerät ob es sich um einen Vogel, ein Insekt oder Flugzeug handelt und in welcher Flughöhe sich dieses Objekt befindet. An Hand von z. B. Geschwindigkeit und Flugverhalten kann zudem eine Klassifizierung nach Sing- oder Wasservogel erstellt werden. Die Theorie besagt, dass wenn sich dieses Gerät in einem Windpark befindet und die Anzahl Vögel einen gewissen Schwellenwert erreicht, die Windkraftanlagen über ein Funksignal abgestellt werden.

Auch andere Probleme gibt es weiterhin, insbesondere werden einzelne Vögel nicht erfasst, sondern nur Schwärme und die Windkraftanlagen könnten neu ohne Umweltverträglichkeitsprüfung aufgestellt werden. Das Aufstellen solcher Anlagen bedarf aber einer sorgfältigen Abklärung, damit es zu keiner Beeinträchtigung auf stark beflogenen Flugrouten kommt und keine Störung von sensiblen Vogelarten verursacht wird. Weiter muss entschieden werden ob Anlagen in Schutzzonen gebaut werden dürfen. Vorzugsweise sollten Windkraftparks an Standpunkten errichtet werden, welche sich dort befinden wo es zu einer kleinstmöglichen Beeinträchtigung kommt.

Noch sind viele Fragen offen, doch die Vogelwarte hofft, durch die Entwicklung des Radargerätes zur Entschärfung des Konflikts zwischen Naturschutz und Grüner Energie beitragen zu können.

Weitere Informationen Vogelwarte

Weitere Informationen Swiss-BirdRadar

Bild: Eclipse.sx [CC-BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

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