Vogelgrippe: Diesen Winter keine Stallpflicht

  • Redaktion Naturschutz
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Der Bundesrat hat die Vogelgrippe-Schutzmassnahmen für den Zeitraum ab dem 15. Oktober bis zum 30. April beschlossen. Hobbygeflügelhalter und Geflügelbetriebe, die innerhalb der sensiblen Zonen (bis 1 km von grossen Seen entfernt) liegen, müssen ihre Tiere in einem geschützten Raum füttern und tränken. Der Wasserzugang für Geflügel darf wilden Wasservögeln nicht zugänglich sein. Geflügelbetriebe in diesen Zonen werden tierärztlich überwacht.
Die Erfahrungen der letzten Jahre mit der Vogelgrippe zeigen: Das Virus ist unter wilden Wasservögeln nicht weit verbreitet und wird selten, wenn überhaupt, auf das Hausgeflügel übertragen. Dennoch bleibt die Tatsache, dass rund 500'000 Wasservögel in der Schweiz überwintern, während im Sommer nur 50'000 anwesend sind. Deshalb sind nach Meinung des Bundesrates im Winterhalbjahr zusätzliche Schutzmassnahmen nötig. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre haben sich auch in neuen Risikoanalysen niedergeschlagen. Und diese erlauben es, dieses Jahr weniger einschneidende Massnahmen zu treffen als in den Vorjahren.

Die Überwachung der Wildvögel geht weiter. Am Bodensee, am Sempachersee und in der Bolle di Magadino werden an lebenden Vögeln regelmässig Proben für Laboruntersuchungen genommen. In der nördlichen Schweiz und in der Westschweiz werden auch die Wasservögel, die im Rahmen der regulären Wasservogeljagd erlegt werden, beprobt. Und schliesslich werden in der ganzen Schweiz verdächtige, tot aufgefundene Vögel untersucht.

Auch wenn Wildvögel bei der Übertragung des Vogelgrippevirus eine Rolle spielen können, so ist doch die Bedeutung legaler oder illegaler Importe von Geflügel oder Geflügelfleisch ebenfalls sehr gross. Die vorbeugenden Massnahmen in diesem Bereich werden deshalb fortgeführt: Geflügelimporte aus Ländern oder Regionen, die von der Vogelgrippe betroffen sind, bleiben verboten.

Die Nutztierorganisation kagfreiland begrüsst den Entscheid des Bundesrates. (sb)

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