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Vogelfütterung & Evolution

  • Gavino Strebel
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IMG_3152Deutsche und kanadische Wissenschaftler haben gezeigt, dass Winterfütterung direkte Auswirkungen auf die Evolution von Vögeln haben kann. Gemäss der Studie konnte bei Mönchsgrasmücken, die sich auf die Versorgung durch den Menschen gewöhnt hatten, sowohl eine Veränderung in der Körperform als auch im Verhalten festgestellt werden.

Seit den 1960er Jahren gibt es unter den Mönchsgrasmücken zwei verschiedenen Gruppen. Die eine überwintert in Spanien, die andere auf den Britischen Inseln. Die Überwinterer auf den Britischen Inseln konnten sich nur etablieren, weil sie dort regelmässig gefüttert werden. Die in Spanien überwinternde Gruppe ist hingegen darauf angewiesen, sich ihr Futter selbst zu suchen und ernährt sich folglich vor allem von Früchten und Oliven.

Wie wissenschaft.de berichtet, konnten die Forscher – obwohl die Trennung der beiden Gruppen erst seit wenigen Jahrzehnten besteht – nachweisen, dass der unterschiedliche Lebensstil bereits Spuren im Körperbau der Vögel hinterlassen hat. Die in Großbritannien überwinternden Tiere haben rundere, kürzere Flügel und schmalere längere Schnäbel als ihre spanischen Artgenossen. Die kürzeren Flügel ermöglichen wohl ein besseres Manövrieren, sind jedoch weniger gut geeignet für längere Flugstrecken, erläutern die Forscher. Da jedoch der Weg nach Großbritannien kürzer ist als der nach Spanien, beeinträchtigt dieser Nachteil die Tiere nicht sehr stark. Die neue Schnabelform würde sich in Spanien ebenfalls als nachteilig erweisen: Sie ist nicht gerade optimal für das Verzehren von Früchten.

Obwohl die beiden Gruppen im Sommer nach wie vor zusammen in Mitteleuropa vorkommen, unterscheiden sie sich genetisch deutlich. Die Unterschiede sind sogar grösser als die zwischen Ihnen und einer dritten Gruppe von Möchnsgrasmücken, die ihr Leben 800 Kilometer entfernt in Osteuropa verbringt. Weiter wurde festgestellt, dass sich die Tiere mit dem unterschiedlichen Zugverhalten selten miteinander paaren.

Die Ergebnisse der Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich innerhalb von 30 Generationen, also in den letzten 50 Jahren, zwei Ökotypen ausgebildet haben. Ökotypen sind Tiere einer Spezies, die sich an unterschiedliche Lebensbedingungen angepasst und verändert haben. Ihr Auftreten gilt als Initialzündung für die Trennung einer Art in zwei Spezies. Damit ist die zukünftige Auftrennung der Mönchsgrasmücke in zwei Arten durchaus realistisch.

wissenschaft.de

1 Kommentar

  • Susanne

    DAmit wäre dann ja wohl endlich der Beweis erbracht, für etwas das viele schon immer wussten. Vögel im Winter füttern ist eigentlich eher schädlich und hilft den Tieren nicht, sondern treibt sie in eine Abhängigkeit vom Menschen, als wären sie Haustiere. Da sollte man doch eine Trennung ziehen. Anstelle zu Futter zu greifen sollte man lieber seinen Garten ein wenig anpassen und bei http://www.baldur.garten.ch ein paar Pflanzen kaufen, um eine natürliche Umgebung für die Tiere zu schaffen. Das hilft dann auch das ganze Jahr und ernährt die Tiere, wobei es zu einem kleinen Biotop werden kann.

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