rotkehlchen vogel

Vögel können ihren Kompass anpassen

  • Eliane Küpfer
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Zugvögel wie das europäische Rotkehlchen (Erithacus rubecula) orientieren sich mithilfe eines Magnetkompasses im Auge. Wie Wissenschaftler der Goethe-Universität jetzt in Zusammenarbeit mit einem Geophysiker aus München herausgefunden haben, ist dieser Kompass äusserst anpassungsfähig.

Lässt man den Vögeln etwas mehr als einen halben Tag Zeit, können sie sich auch in Magnetfeldern orientieren, deren Stärke nur ein Zehntel des Erdmagnetfelds beträgt. Die Forscher werten dies als einen weiteren Hinweis dafür, dass es sich um einen sehr alten Mechanismus handelt, der bereits von den gemeinsamen Ahnen der heutigen Vögel im Erdmittelalter entwickelt wurde. Denn das Erdmagnetfeld war seit jeher starken Schwankungen unterworfen, darunter gab es Perioden sehr schwacher Intensität.

2007 hatte das Forscherehepaar Wolfgang und Roswitha Wiltschko entdeckt, dass auch Hühner über einen magnetischen Kompass verfügen, der ähnlich funktioniert wie derjenige der Rotkehlchen. Die Forscher vermuteten daher, dass schon die ersten Vögel die Fähigkeit entwickelten, sich im Magnetfeld der Erde zu orientieren. Das Wissen über die Anpassungsfähig- keit des Kompasses ist wichtig um zu verstehen, ob und wie sich Zugvögel an den Klimawandel anpassen können.

Bild © Eliane Küpfer

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