In naturnahen Gärten mit einheimischen Bäumen und Blumenwiesen wurden mehr Vögel gesichtet als in Gärten mit exotischen Sträuchern und Rasenflächen. | © BirdLife Schweiz
In naturnahen Gärten mit einheimischen Bäumen und Blumenwiesen wurden mehr Vögel gesichtet als in Gärten mit exotischen Sträuchern und Rasenflächen. | © BirdLife Schweiz

Vögel fliegen auf naturnahe Gärten

  • Mélanie Guillebeau
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Bisher wurden bereits 27’460 Vögel gemeldet, die letztes Wochenende im Rahmen der „Stunde der Gartenvögel“ rund ums Haus, in Gärten und Parks gesichtet wurden. Besonders oft vertreten waren dabei Amsel, Kohlmeise und Haussperling. Und in naturnah gestalteten Gärten fanden besonders viele – nämlich bis zu 38 Arten – Vögel ein Zuhause.

Vom 5. bis 7. Mai hat BirdLife Schweiz alle Vogel- und Naturbegeisterten aufgerufen, in ihrem Garten, rund um ihr Haus oder in Parks während einer Stunde Ausschau nach Gartenvögeln zu halten (naturschutz.ch berichtete). Und es scheint, dass selbst der Regen der erfolgreichen Durchführung der „Stunde der Gartenvögel“ nichts abtun konnte: Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind 27’460 Vogelbeobachtungen 170 verschiedener Arten von 700 (Hobby-)Ornithologen eingegangen.

Amsel am häufigsten, Haussperling am zahlreichsten

Biologen von BirdLife Schweiz haben die bisher gesammelten Daten ausgewertet und erste – provisorische – Ergebnisse präsentiert. Dabei wurde unterschieden, wie häufig eine Art vorkommt und wie viele Individuen insgesamt von einer Art gesichtet wurden. Spitzenreiter unter den am häufigsten vorkommenden Arten war die Amsel, die in 90 Prozent der Gärten vorgefunden wurde. Gefolgt wurde die Amsel von der Kohlmeise (73 Prozent) und dem Haussperling (63 Prozent). Unter anderem waren auch die Mönchsgrasmücke, der Rotmilan und die Türkentaube unter den 20 häufigsten Arten vertreten.

Die Amsel wurde während der Stunde der Gartenvögel letztes Wochenende am häufigsten gesichtet. | © Michael Gerber
Die Amsel wurde während der Stunde der Gartenvögel letztes Wochenende am häufigsten gesichtet. | © Michael Gerber

Gemessen an der Gesamtanzahl führt der Haussperling mit 3578 beobachteten Individuen die Rangliste an. Doch auch der Mauersegler (2134), die Amsel (2178) und die Kohlmeise (1726) gehörten zu den zahlenmässig gut repräsentierten Arten.

Der Haussperling wurde zwar zahlreich beobachtet, doch sein Bestand nahm in den letzten Jahren ab. | © Jürgen Mangelsdorf [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Der Haussperling wurde zwar zahlreich beobachtet, doch sein Bestand nahm in den letzten Jahren ab. | © Jürgen Mangelsdorf [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Mit den erworbenen Daten konnten noch keine Bestandtrends erörtert werden. Es kann aber gesagt werden, dass in den Siedlungen die Bestände einiger Vogelarten – zwar nicht im selben gravierenden Ausmass wie in Agrargebieten – in den letzten Jahren abgenommen haben. Dazu gehören auch zahlreich vertretene Arten wie der Haussperling oder der Mauersegler, welchen es meist an Nistplätzen und ausreichend Nahrung fehlt.

38 Arten in einem Garten

Die Anzahl gesichteter Arten unterschied sich von Garten zu Garten sehr stark. Der Grund für diese Variation ist mehrheitlich die Gestaltung des Gartens. Demnach bevorzugen Vögel Gärten mit diversen, naturnahen Strukturen wie Kies- und Sandflächen, Blumenwiesen und Holzhaufen sowie einheimischen Büschen oder Nistkästen. Dies zeigt sich auch am mosaikartigen und naturnah gestalteten „Siegergarten“ der 38 Vogelarten beheimatete.

Einheimisch und naturnah sollte es sein

Mit der Anzahl naturnaher Elemente nahmen ebenfalls die beobachteten Vogelarten ab. In Gärten mit mindestens fünf naturnahen Strukturen fanden knapp 14 Vogelarten ein Zuhause. Im Vergleich dazu reduzierte sich die Anzahl beobachteter Vogelarten auf knapp acht, wenn der Garten weniger als zwei naturnahe Elemente enthielt. Weiter konnten in Gärten mit vielen einheimischen Sträuchern mehr Vogelarten beobachtet werden als in sträucherfreien Gärten.

Im Allgemeinen scheinen sich Vögel also in naturnahen Gärten wohlzufühlen, wohingegen sie Gärten mit englischem Rasen oder exotischen Pflanzen meiden.

Wenn Sie eine artenreiche Vogelwelt unterstützen möchten, finden Sie auf der Website von BirdLife Schweiz zahlreiche Tipps und Umsetzungshilfen zur naturnahen Umgebungsgestaltung. Medienmitteilung von BirdLife Schweiz.

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