© Yann Caradec [CC-BY-SA-3.0], via Flickr
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Vielversprechender Start des Klima-Gipfels

  • Judith Schärer
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Gestern startete die Weltklimakonferenz in Paris. Die Erwartungen an die Staatschefs sind enorm: Nach dem eher enttäuschenden Ergebnis der Konferenz in Kopenhagen von 2009 erhofft man sich nun weltweit ein handfesteres Resultat von den Gesprächen in Paris. Die Zeichen dazu stehen gut.

Am ersten Tag der Klimakonferenz zeigten sich unzählige Staats- und Regierungschefs auf dem Kongressgelände im Pariser Vorort Le Bourget. Insgesamt seien es 151 Persönlichkeiten, nach UN-Angaben ist es das größte derartige Treffen aller Zeiten. Diese Tatsache weckt Hoffnung: Viele Staaten zeigen sich extrem kooperationsbereit und wollen sich engagieren, dass Paris ein Erfolg wird. Im Vorhinein hatten über 170 Staaten freiwillige Klimaziele eingereicht, welche für die kommenden Verhandlungen als Basis dienen sollen.

Hohe Erwartungen

Der Eröffnung des Klimagipfels durch Francois Hollande ging eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge vom 13. November voraus. In seiner Rede zum Start der Konferenz verstärkte der französische Präsident Hollande die Erwartungshaltung noch zusätzlich mit Aussagen wie „Absichtserklärungen sind diesmal nicht genug.“  und einem Aufruf, sich endlich auf rechtlich verbindliche Vorgaben zur Begrenzung der Erderwärmung zu einigen.

Gewichtige Stimmen für das Klima

Der Ansprache von Hollande folgten weitere gewichtige Stimmen. Barack Obama sagte den ärmsten Staaten mehr Unterstützung beim Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung zu. Viele Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen hätten, seien die ersten, welche seine Folgen zu tragen hätten, erklärte er. Der chinesische Präsident Xi Jingping will sich für eine globale Lösung des  Problems Klimawandel einsetzen. Auch er sieht die Verantwortung der Industriestaaten vor allem darin, die Entwicklungsländer in ihren Bemühungen zu unterstützen. Ähnlich tönte es von Angela Merkel, welche die reicheren Länder dazu aufforderte, vor allem ihre finanziellen Zusage an die ärmeren und besonders verwundbaren Staaten einzulösen.

Auch die Schweiz will ihren Beitrag leisten

Auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga trug am Eröffnungstag ihre Sicht auf die Klimasituation vor. In ihrer Rede betonte Sommaruga, der Klimawandel sei eine ernsthafte Bedrohung für unseren Planeten. Auch die Schweiz sei direkt betroffen: „Unsere Gletscher schmelzen und gehen jedes Jahr weiter zurück.“ Das könne für die Schweiz gravierende Konsequenzen haben. Die Klimakonferenz in Paris sei eine historische Chance, zeigte sich Sommaruga überzeugt. Die Staatengemeinschaft müsse nun ein Klima-Abkommen abschliessen, das alle Staaten der Welt zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichte. Es sei die gemeinsame Verantwortung aller Staaten, das Klima für die zukünftigen Generationen schützen, betonte Sommaruga. Dazu, so die Bundespräsidentin, sei ein rechtlich bindendes, dynamisches und faires Klima-Abkommen abzuschliessen.

Ausgang ungewiss

Eine solche Vereinbarung zu erarbeiten ist nun das Ziel der nächsten Tage an der Klimakonferenz. Während der nächsten zwei Wochen müssen sich die 196 Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention über die Schlüsselelemente eines internationalen Klima-Abkommens für die Zeit nach dem Jahr 2020 einigen. Ob die hohen Erwartungen erfüllt werden und Mitte Dezember bei dem Abschlussplenum tatsächlich eine Einigung erzielt werden kann, wird sich zeigen.

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