© Kurt Zwahlen [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Vielfältiger Nutzen naturnaher Gewässer und Auen

  • Roman Vonwil
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Intakte Gewässer und Auen haben nicht nur einen ökologischen Wert. Sie bringen der Gesellschaft vielfältigen Nutzen in Millionenhöhe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Greifswald, die das deutsche Bundesamt für Naturschutz in Auftrag gegeben hatte. Nachzulesen ist sie in der neuen Broschüre „Gewässer und Auen – Nutzen für die Gesellschaft“ des BfN.

Die Broschüre des deutschen Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und die darin enthaltenen Beispiele decken die immensen Leistungen natürlicher oder naturnaher Gewässer und intakter Auen, die oftmals im Verborgenen liegen, auf:

  • Flussauen bieten natürlichen Hochwasserschutz.
  • Naturnahe Gewässer verbessern die Wasserqualität und halten Nährstoffe aus der Landwirtschaft sowie Treibhausgase zurück.
  • Moorreiche und nasse Flussniederungen tragen zum Klimaschutz bei.

„Die Beispiele zeigen, dass naturnahe Auenlandschaften einen enormen Gewinn für die Gesellschaft bringen. Der monetär messbare Wert in Verbindung mit dem erlebbaren Freizeit- und Erholungswert unterstreicht ihre Bedeutung. Deshalb ist eine umfassende ökonomische Betrachtung von Massnahmen zum Gewässer- und Auen-Schutz sinnvoll“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel anlässlich der Vorstellung der Broschüre.

Bei jedem grossen Hochwasserereignis zeigt sich die Bedeutung der Auen. Wo Wiesen und Wälder grossflächig überflutet werden können, sinkt das Risiko, dass Menschen in Gefahr geraten und in Ortslagen Schäden in Millionenhöhe entstehen. Naturverträgliche Hochwasserschutzmassnahmen können die Schutzwirkung und den Nutzen von Auen künftig sogar noch steigern, wie die Studie belegt.

Moorreiche und nasse Flussniederungen sind auch im Klimaschutz von Bedeutung. Massnahmen wie die „Wiedervernässung“ trockengelegter Gebiete rechnen sich auch volkswirtschaftlich. Gegenüber anderen Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen sind Moorrenaturierungen konkurrenzlos günstig. Die Kosten liegen in den in der Studie betrachteten Fällen zwischen null und 15 Euro pro eingesparter Tonne CO2. Im Vergleich dazu kostet ein reduzierter Ausstoß von Treibhausgasen durch den Einsatz von Wasser- und Windkraft 22 bis 70 Euro pro Tonne CO2, bei Biomasse liegt der Betrag bei bis zu 459 Euro.

Rechnet man weitere Leistungen naturnaher Gewässer und Auen wie die Wasserreinigung und den Erholungsnutzen dazu, fällt die ökonomische Bilanz noch positiver aus. Die natürliche Filterfunktion von Auen bringt Kosteneinsparungen in Millionenhöhe. Intakte Feuchtgebiete und Auen mindern den Stickstoff- und Phosphoreintrag in die Gewässer und das Grundwasser. Damit tragen sie erheblich zur Reinhaltung der Gewässer und des Trinkwassers bei.

Die Beispiele in der Studie zeigen, dass die Bereitstellung öffentlicher Gelder und öffentlicher Flächen für die Renaturierung von Gewässern und Auen eine langfristige Investition in die Zukunft ist. „Je eher wir mit der Renaturierung von Flüssen und Auen beginnen, desto höher ist die Rendite für die Gesellschaft. Schon heute würde naturnahen Varianten öfter der Vorzug gegeben, wenn das Naturkapital von Gewässern und Auen in die Abwägung der Planungsvarianten einbezogen würde. Die gesellschaftliche Akzeptanz für ein solches Vorgehen ist vorhanden, wie wir aus repräsentativen Bevölkerungsumfragen zum Naturbewusstsein wissen“, fügte Beate Jessel an.

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