Viel Verkehr

  • Barbara Darani
  • -

Die heutigen Mobilitätsansprüche verschlingen Unmengen an Boden und Energie: Tag für Tag werden in der Schweiz auf einer Fläche von 15000 Quadratmetern neue Strassen und Schienen gebaut. Der CO2-Ausstoss aus dem motorisierten Verkehr hat gegenüber 1990 nicht wie im CO2-Gesetz vorgesehen um 8 Prozent abgenommen, sondern um mehr als 14 Prozent zugelegt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Prognosen gehen von einem Verkehrswachstum in den nächsten zehn Jahren von 18 bis 48 Prozent aus.

Städte und Gemeinden sind dieser Entwicklung jedoch nicht machtlos ausgeliefert. Die aktuelle Ausgabe von «Thema Umwelt» zeigt anhand von konkreten Beispielen, wie sie den motorisierten Verkehr vermeiden, verlagern und verträglicher gestalten können. Wichtige Bausteine sind eine optimale Abstimmung der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, eine gute Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr, ein attraktives Wegnetz für den Fuss- und Veloverkehr, Temporeduktionen und die siedlungsverträgliche Umgestaltung von Verkehrsachsen. Zusammen mit einer guten Nutzungsdurchmischung in den Siedlungen, Mobilitätsberatung und dem Einsatz neuer Technologien tragen sie dazu bei, Mobilität zu ermöglichen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen des Verkehrs wie Luftbelastungen, Sicherheitsrisiken, Lärm und Treibstoffverbrauch einzudämmen.

Doch auch die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu verändern und den Verkehr in verträglichere Bahnen zu lenken. Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch unterstützt deshalb Bestrebungen zur Internalisierung der externen Verkehrskosten. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre eine CO2-Abgabe auf Treibstoffen. Zudem braucht es langfristig verlässliche, verschärfte Grenzwerte für Feinstaub und andere Luftschadstoffe, damit die Industrie umweltverträglichere Technologien auf den Markt bringt.

Pusch

Beitrag kommentieren