© Friends of the Earth International [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Viel Arbeit nach der UNO-Klimakonferenz

  • Roman Vonwil
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Die Uno-Klimakonferenz in Lima (COP20) hat ganz knapp die Minimalziele erfüllt. Dazu gehören klarere Vorgaben, wie sämtliche Länder nun ihren gerechten Beitrag an den Klimaschutz ermitteln und melden müssen.

Ein Hauch von Optimismus hatte zu Beginn der diesjährigen Uno-Klimakonferenz in der Luft gelegen, dank der grössten Klimademo aller Zeiten im Herbst und den erfreulichen Ankündigungen von China und USA. Doch für den dringend nötigen Durchbruch hat das nicht gereicht: „Der Optimismus hat in Lima Pause gemacht“, sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klima & Energie WWF Schweiz und Mitglied der Schweizer Delegation in Lima. Immerhin: „Alle Zutaten für ein neues globales Klimaabkommen liegen jetzt auf dem Tisch. Aber daraus ein ausgewogenes Menü zu kochen, ist noch sehr viel Arbeit.“

So gibt es immer noch keinen wirksamen Prozess, damit alle Länder umgehend mehr Klimaschutz betreiben. Doch wenn wir gefährliche Erwärmung von über 2 Grad verhindern wollen, müssen die globalen Emissionen vor 2020 zu sinken beginnen. Auch die Gräben zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sind noch viel zu tief, was Fortschritte bei der Verteilung der Lasten und bei der Finanzierung schwierig macht.

Zu den erfreulichen Ergebnissen von Lima gehört, dass der Weg nach Paris klar abgesteckt ist. Dort soll in einem Jahr das neue Klimaabkommen unterzeichnet werden. Bis Ende März müssen alle Länder melden, wie stark sie ihre Treibhausgas-Emissionen mittelfristig reduzieren. Damit sind alle Länder nach Konferenzende erst richtig gefordert. Die Schweiz muss ihren Treibhausgas-Ausstoss im Inland bis 2030 um 60% senken (gegenüber 1990), um einen angemessenen Beitrag an das Ziel von maximal zwei Grad Erwärmung zu leisten. „Wir brauchen einen Investitionsstopp für fossile Energie und Investitionssicherheit für klimaverträgliche Infrastruktur“, beschreibt Patrick Hofstetter den zentralen Anspruch an das Pariser Abkommen. „Und wir brauchen Regierungschefs und Umweltministerinnen, die ihre eigenen Worte endlich ernst nehmen.“

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