Rhesusaffen werden oft als als Versuchstiere verwendet. | © Nagarjun Kandukuru,  [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Rhesusaffen werden oft als als Versuchstiere verwendet. | © Nagarjun Kandukuru, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Versuchsaffen: Tierschützer wehren sich

  • Amanda Buol
  • 5

Die Zürcher Regierung lehnte den Rekurs gegen die Bewilligung für Affenversuche ab. Nun wird der Fall ans Verwaltungsgericht weitergezogen. In einem offenen Brief an die Regierung wehren sich die Tierschutzorganisationen gegen die Bewilligung.

Der Zürcher Regierungsrat bewilligte im 2015 einen höchstbelastenden Primatenversuch am Institut für Neuroinformatik der ETH Zürich. Dagegen legten die Tierschutzvertreter der Zürcher Tierversuchskommission Rekurs ein, welcher von der Regierung abgelehnt wurde. In einem offenen Brief an die Regierung drücken Tierschutzvertreter ihr Bedauern für diesen Entscheid aus und berufen sich auf ein Bundesgerichtsurteil vom 2009. Der abgelehnte Rekurs wird nun ans Verwaltungsgericht weitergezogen.

Die Versuche seien in der höchsten Schweregradstufe eingeordnet, da es sich um höchstbelastenden, langfristige Beeinträchtigung handle. Der Nutzen sei jedoch unklar und der Erkenntnisgewinn für die Medizin nicht absehbar, da es sich dabei nur um Grundlagenforschung handle, wie die Tierschutzvertreter mitteilen. Deshalb seien die Versuche unverhältnismässig und rechtswidrig und dienen höchstens als Scheinargumente. Ausserdem gibt es zahlreiche kostengünstigere Alternativmethoden zur Untersuchung solcher Erkrankungen, wie beispielsweise Zellkulturen und Computersimulationen.

Der Verein Forschung fürs Leben (FfL) kritisiert das Vorgehen der Tierschutzvertreter der Tierschutzkommission. Denn der Weiterzug des Rekurses ans Verwaltungsgerichts behindere ihrer Meinung nach die biomedizinische Forschung, koste enorm viel Geld und schwäche den Ruf der Schweizerischen Universitäten und Hochschulen. Ausserdem befürchten sie, dass die Forschung mit und an Affen ins Ausland verlegt werde, aufgrund des hohen Drucks der Tierschutzvertreter. Dies sei unnötig, da in der Schweiz die strengsten Auflagen für Affenversuche herrschen und die Tiere gut kontrolliert werden. Jedoch ist auch in Fachkreisen umstritten, ob die Resultate der Primatenversuche eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind.

Wie sich das Verwaltungsgericht entscheiden wird, lässt sich mit Spannung erwarten.

5 Kommentare

  • Bernhard

    Es ist unredlich, wenn der Verein Forschung für Leben von einem „hohen Druck der Tierschutzvertreter“ in der kantonalen Tierversuchskommission zu sprechen. Die Tierschutzvertreter werden immer überstimmt, weil die Tier-Experimentatoren in der Kommission überproportional vertreten sind.

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  • Peter

    Tierschützer ? Wieso wird in der Schweiz noch geschächtet fängt da an alles andere ist nur lächerlich

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    • Christine

      Warum nicht sowohl als auch, Peter? Das eine ist nicht wichtiger als das andere – beides braucht die Kampfansage!

    • Bernhard

      In der Schweiz ist das Schächten verboten, weil bei uns die Schlachtung nicht ohne vorherige Betäubung des Tieres erfolgen darf. Wenn es dennoch praktiziert wird, ist das illegal und muss zur Anzeige gebracht werden. Genauso wie jede andere Tierquälerei.

    • Kurt

      Kommentare und Leserbriefe zu schreiben hat so seine Tücken. Alles was geschrieben wird, sollte gut überlegt oder recherchiert sein. In Ihrem Fall ist wohl beides schief gegangen.
      Ich habe mir auch überlegt, Ihnen etwas über lächerliche Ansichten zu schreiben, habe mich aber entschieden, es auf sich bewenden zu lassen.


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