© Wo Men [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Verstecktes Leben in unserem Grundwasser

  • Kathrin Ruprecht
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In unserem Grundwasser leben unzählige Mikroben und Wirbellose mit teilweise kurioser Gestalt. Sie sorgen für eine gute Grundwasserqualität und können sogar als Indikator für Wasserverunreinigung dienen.

Das BAFU informiert in einem ausführlichen Artikel über die Studien an Grundwassertieren und ihren Wirkungen.

In der Welt des Grundwassers ist es kalt, dunkel und nährstoffarm. Es gibt wenig Sauerstoff und die Lebensräume sind enge Poren und Lücken. Und trotzdem gibt es hier Leben, vor allem in Form von Krebsen, Würmer, Milben und Mikroben. Wie ihre spezielle Umgebung sind viele dieser Lebewesen auch etwas seltsam. Durch die Anpassung an ihren Lebensraum besitzen sie teils keine Augen, den sehen ist in dieser Dunkelheit sowieso unmöglich.

Ihre Nahrung kommt von der Oberfläche und da nur wenig durchsickert, sind magere Zeiten oft und normal. Anders als andere Wirbellose haben sie deshalb nur wenige Nachkommen, werden dafür aber bis 15 Jahre alt. Das ausgeglichene Klima im Grundwasser hat zudem dazu geführt, dass viele Arten unverändert fortbestehen und so lebende Fossile darstellen.

Der grösste Teil der Lebewesen sind aber Mikroben. Darunter versteht man Bakterien, Pilze, kleine Algen und Urtiere. Diese Kleinlebewesen sind dafür verantwortlich, dass wir 40 Prozent des Grundwassers direkt nutzen können. Sie eliminieren Schadstoffe, organische Verbindungen und Krankheitserreger.

Damit sie das weiterhin tun können, muss ihre Lebensgemeinschaft vollständig bleiben. Dieser Vorsatz ist in der Gewässerschutzverordnung von 1998 festgehalten, obwohl noch viele Unklarheiten bestanden. Wie eine solche Lebensgemeinschaft zusammengesetzt ist, wusste man damals noch gar nicht und auch heute gibt es noch viele offenen Fragen. Je nach Beschaffenheit des Gesteines und Bodens im Grundwasserbereich kommen unterschiedliche Artenzusammensetzungen vor.

Die Studie untersuchte 8 Quellen von Grundwasservorräten, wo sie eine hohe Artenvielfalt antraf. Auch Arten die nur in bestimmten Regionen vorkommen, sogenannte Endemiten, wurden gefunden. Bis zu 10 Tiere pro Kubikmeter Wasser wurden gezählt, wobei diese Grundwasserarten und zugewanderte Arten beinhalteten. In einigen Proben fanden die Wissenschaftler auch Arten, die passiv ins Grundwasser geschwemmt wurden. Je mehr zugewanderte und vor allem eingeschwemmte Arten vorhanden sind, desto schlechter ist das Grundwasser gegen aussen abgeschirmt. Dies kommt häufig im Karstgebiet vor, wo das Oberflächenwasser rasch versickert. Entsprechend schlecht ist dann das Grundwasser von Schadstoffeinträgen, wie Gülle oder Pflanzenschutzmittel, geschützt.

Das Vorkommen von eingewanderten und eingeschwemmten Arten, könnte zur Überwachung des Grundwassers benützt werden. Es ist ein sehr sensibles Instrument zur Charakterisierung des Grundwasserzustandes.

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