© Ruben de Rijcke (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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Verstärkte Luftverschmutzung mit zweiter Gotthardröhre

  • Nicole Wabersky
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Namhafte Tessiner Ärztinnen und Ärzte wehren sich gegen die zweite Strassenröhre am Gotthard. Die Luft im südlichen Kantonsteil sei schon heute überdurchschnittlich stark verschmutzt, das sei Ursache für viele Atemwegs- und Herzerkrankungen, Krebs und Schäden an ungeborenen Kindern.

Das haben die 32 Ärztinnen und Ärzte in einem Brief an die Mitglieder des Nationalrats geschrieben. Die Alpen-Initiative stellt sich voll und ganz hinter die Forderung der Tessiner Ärztinnen und Ärzte.

In dem Brief heisst es: „Das Beispiel der PM10-Belastung illustriert am besten die heikle Situation: Die Feinstäube, welche die Bevölkerung einatmet, verursachen häufige und tiefgreifende Pathologien. Die medizinische Literatur ist hier beeindruckend: Feinstäube bewirken eine eindeutige und markante Zunahme von Asthmakrisen, Kinder-Bronchitis, chronischen Bronchitis, Lungenkrebs, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Hirnschlägen. Ausserdem vermutet man, dass die Feinstäube auch verspätetes intrauterines Wachstum und senile Demenz begünstigen.“

Die Ärztinnen und Ärzte halten in ihrem Appell auch klar fest, dass sie nicht an das bundesrätliche Versprechen glauben. Sie fordern deshalb das Parlament auf, keine zweite Strassenröhre am Gotthard zu planen, sondern auf die Lösung mit Verladezügen für Autos und Lastwagen zu setzen, mit der die Zeit der Sanierung nachweislich gut überbrückt werden kann.

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