Die Tibetantilope wird wegen ihrer Wolle gejagt. © YONGZHONG LIU, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die Tibetantilope wird wegen ihrer Wolle gejagt. © YONGZHONG LIU, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Verstärkte Grenzkontrollen wegen Tibetantilopen-Wolle

  • Amanda Buol
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Bei Kontrollen zur Bekämpfung von illegalem Handel werden von Jahr zu Jahr mehr Luxus-Schals aus Wolle der Tibetantilopen (Shahtoosh) beschlagnahmt. Um gegen den Illegalen Handel entgegenzuwirken brauchte es eine gezielte Aufklärung potentieller Liebhaber solcher Schals.

Um einen Schal aus reinster Wolle der Tibetantilopen, sogenannte Shahtoosh, herstellen zu können, müssen zwei bis fünf Exemplare getötet werden. Denn es ist unmöglich die Tiere für die Schur zu domestizieren. Sie werden daher von Wilderern getötet. Seit 1979 ist der Handel, gemäss Abkommen über den Handel mit geschützten Arten (CITES), mit Tibetantilopen und deren Erzeugnissen verboten.

Allein im 2015 wurden mehr als 70 Schals am Schweizer Zoll beschlagnahmt. Im Vorjahr waren es noch 29. Diese Bilanz sei besorgniserregend, wenn man bedenke, dass für die Anzahl beschlagnahmter Schals im 2015 mehr als 280 Tiere sterben mussten, betont Mathias Lörtscher, Leiter Artenschutz beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Dieser Trend führte bis jetzt zu einem drastischen Rückgang der Antilopen-Population von bis zu 90 Prozent. Trotz der Einrichtung eines grossen Schutzgebiets in China und weiterer Anstrengungen zur Verhinderung ihrer Ausrottung, bleibt der Bestand jedoch gefährdet.

Wie das BLV schreibt, seien die beschlagnahmten Schals nur die Spitze des Eisberges eines illegalen internationalen Handels. Um dem Handel und den Kriminellen den Kampf ansagen zu können, sei eine internationale Zusammenarbeit und Vernetzung entscheidend. Dabei sei ein enges Netz der Polizei-, Zoll- und Justizbehörden betroffener Länder erforderlich. So arbeitet das BLV unter anderem eng mit der Zollverwaltung, fedpol, dem CITES-Sekretariat und INTERPOL zusammen.

Jedoch sei Information die beste Prävention, so das BLV. Darum müssten die Leute, die mehrere tausend Franken dafür bezahlen, in Kenntnis gesetzt werden, dass für den Schal streng geschützte Tiere illegal getötet werden und darum der Kauf verboten ist. Die Einfuhr eines Shahtoosh-Schals wird mit einer Busse bestraft und die Ware wird beschlagnahmt.

1 Kommentar

  • Roswitha Hächler

    Ich finde es unsäglich, dass für diesen absoluten unnötigen Luxus Tiere sterben müssen!
    Leider sind wahrscheinlich die potenziellen KäuferInnen nicht informiert!

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