Vernehmlassung zur Biodiversitätsstrategie

  • Stefanie Pfefferli
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Der Bundesrat hat letzte Woche den Entwurf der „Strategie Biodiversität“ Schweiz zur Kenntnis genommen und die Vernehmlassung eröffnet. Mit der Strategie soll die Erhaltung der Artenvielfalt in unserem Land langfristig sichergestellt werden.

Die Biodiversität ist die Grundlage für das Leben auf der Erde. Die Vielfalt von Lebensräumen, Arten sowie die genetische Vielfalt erbringen lebenswichtige Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft: Unter anderem liefert die Biodiversität Nahrung, beeinflusst das Klima, erhält die Wasser- und Luftqualität, ist Bestandteil der Bodenbildung und bietet nicht zuletzt dem Menschen Raum für Erholung. Aber trotz ihrer grossen Bedeutung nimmt die Biodiversität sowohl in der Schweiz als auch weltweit ab. Die Ursachen dafür sind namentlich die Intensivierung der Bodennutzung und der Bevölkerungsdruck.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, haben sich die Vertragsparteien der Biodiversitätskonvention dazu verpflichtet, nationale Strategien zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu entwickeln. Mit der Ausarbeitung der Strategie Biodiversität Schweiz kommt unser Land seiner internationalen Verpflichtung nach und erfüllt gleichzeitig den parlamentarischen Auftrag aus dem Jahr 2008 an den Bundesrat.Ausserdem berücksichtigt die Strategie den Strategischen Plan zur Biodiversität 2011-2020 (sogenannte Aichi-Ziele), welcher anlässlich der 10. Vertragsparteienkonferenz der Biodiversitätskonvention in Nagoya (Japan) verabschiedet wurde. Somit wird die Strategie Biodiversität Schweiz den Bund auch in die Lage versetzen, seinen internationalen Verpflichtungen für diesen Zeitraum nachzukommen.

Nachhaltige Nutzung der Biodiversität und Schaffung einer ökologischen Infrastruktur

Die Strategie Biodiversität Schweiz stützt sich auf Ziele, die es bis 2020 zu erreichen gilt:

  • Natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen: Die natürlichen Ressourcen werden so genutzt, dass die Erhaltung der Ökosysteme und ihrer Leistungen für die Gesellschaft sowie der Fortbestand der Arten und der genetischen Vielfalt gewährleistet ist.
  • Ökologische Infrastruktur aufbauen: Zur Sicherung des Raumes für die langfristige Erhaltung der Biodiversität wird eine ökologische Infrastruktur bestehend aus Schutz- und Vernetzungsgebieten errichtet.
  • Biodiversität im Siedlungsraum fördern: 75% der Menschen in der Schweiz leben in Städten und Agglomerationen. Damit der Siedlungsraum zur Vernetzung von Lebensräumen beiträgt und um der Bevölkerung das Naturerlebnis in ihrer Wohnumgebung zu ermöglichen, wird die Biodiversität im Siedlungsraum gefördert.
  • Biodiversität in der nationalen Wohlfahrtsmessung berücksichtigen: Die von den Ökosystemen erbrachten Leistungen werden erfasst, und ihr Wert wird quantifiziert. Auf diese Weise können diese Leistungen in Form von Indikatoren, welche das Bruttoinlandprodukt ergänzen, in die nationale Wohlfahrtsmessung einfliessen.

 

Konkretisierung im Rahmen eines Aktionsplans

Diese Ziele müssen in einem Aktionsplan konkretisiert werden, dessen Massnahmen gemeinsam mit den betroffenen Sektoren – namentlich mit der Landwirtschaft, der Waldwirtschaft, der Jagd und der Fischerei, dem Tourismus, dem Verkehr und dem Sektor der erneuerbaren Energien – zu definieren sind. Der Aktionsplan muss ferner die Gesetzesänderungen präzisieren, die für die Umsetzung der Strategie erforderlich sind, die Rolle des Privatsektors klären und Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen.

Die Handlungsfelder, in denen Massnahmen ergriffen werden müssen, sind in der Strategie benannt. Zu einem grossen Teil gilt es, bereits eingeleitete oder vorgesehene Massnahmen in den einzelnen Sektoren zu optimieren und insbesondere die Koordination zu stärken. In gewissen Handlungsfeldern zeigt die Strategie mögliche Wege auf, um allfällige Interessenskonflikte zwischen der Erhaltung der Biodiversität und gewissen Sektoralpolitiken zu überwinden. Die Vernehmlassung wird es erlauben, die Erwartungen der betroffenen Kreise zu eruieren und zu berücksichtigen.

Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Bild: Thomas Huntke (Wikimedia Commons)

 

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