Bodenhaltung Huhn

Verliert die Schweiz ihren Vorsprung im Tierschutz?

  • Dominique Haiden
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Bodenhaltung HuhnAls erstes Land der Welt hatte die Schweiz ab dem 1. Januar 1992 die konventionelle Käfig- bzw. Batteriehaltung verboten. Die Tierhaltung wurde dadurch etwas verbessert, insbesondere auch, indem den Tieren etwas mehr Platz gewährt wurde. Doch das Ausland hat aufgeholt. Die konventionelle Käfighaltung ist seit 2005 in Österreich, seit 2008 in Deutschland und ab dem 1. Januar 2012 in der Europäischen Union verboten.

In der Schweiz leben die meisten Hühner in Bodenhaltung ohne Auslauf. Die aktuelle maximale Besatzdichte in der Schweiz ist bei 30 kg/m2. Dies entspricht somit bei Masthähnchen 15 bis 38 Tieren pro m2. Nun wird aus Effizienzgründen die noch intensivere Tierhaltung getestet. 2010 wurde in der Schweiz in Tierversuchen in vier luzernischen Mastbetrieben eine Besatzdichte von 39 kg/m2 (Angleichung an EU) getestet, was gegenüber heute einer über 30% höheren Anzahl von Tieren auf der gleichen Fläche entspricht.

Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, sieht hier einen doppelten Skandal: „Erstens muss die Frage gestellt werden, weshalb diese Tierversuche überhaupt bewilligt wurden. Tierversuche sollen doch angeblich der Gesundheit der Menschen dienen. Bei diesen Versuchen jedoch geht es rein um Optimierungen der Massentierhaltung auf Kosten der Tiere. Zweitens, wenn – was zu erwarten ist – sich die für Tiere nochmals massiv schlechtere Haltung in der Schweiz durchsetzt, dann hat die Schweiz ihren mühsam erkämpften Vorsprung im Tierschutz praktisch verloren. Denn dann haben es die Schweizer Hühner nicht mehr besser als die im europäischen Ausland. Das ist ein Betrug an allen tierliebenden Schweizern.“

Während sich also die Situation für die Hühner in der EU geringfügig verbessert, verschlechtert sich diese voraussichtlich in der Schweiz. Die dadurch entstehenden gesundheitlichen Probleme der Tiere wird man nur mit noch mehr Pharmaka lösen können. Auch das wissenschaftliche EU-Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW) hat festgestellt, „dass es bei über 30 kg/m2 (d.h. bei mehr als 15 Hähnchen/m2) selbst bei optimaler Klimatisierung zu einer starken Zunahme gravierender Probleme kommt“.

Weitere Informationen

Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner AG STG

1 Kommentar

  • Manfred Schonhoff

    Ja,die Schweiz verliert ihren Vorsprung und ihre Glaubwürdigkeit,und ihr Ansehen in der Welt,hier muss unbedingt etwas getan werden. Viele Menschen. wissen, das Hühneer m ehr Platz brauchen

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