Verleihung Energiepreis

  • Gavino Strebel
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elektroDie nachhaltige Schweizer Energielandschaft blüht und bringt erneut wegweisende Projekte und exzellente Ideen hervor. Das zeigen die äusserst vielfältigen Vorschläge, die für den renommierten Schweizer Energiepreis Watt d’Or 2010 des Bundesamts für Energie (BFE) eingereicht worden waren. Die Gewinner des Watt d’Or 2010 werden am 7. Januar 2010 in Bern von Pascale Bruderer Wyss, Nationalratspräsidentin und Mitglied der Watt d’Or Jury, sowie Jury-Präsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi geehrt.

Mit dem Watt d’Or zeichnet das BFE bereits zum vierten Mal Personen und Organisationen aus, die mit ihren nachahmenswerten Projekten und Initiativen den Weg in eine nachhaltige Energiezukunft vorspuren. Der Preis ist nicht dotiert. . Es gibt keine Siegerränge: alle ausgezeichneten Projekte, Personen oder Organisationen erhalten gleichwertig eine Urkunde und eine Trophäe. Ziel des Watt d’Or ist es, diese Projekte bekannt zu machen und so Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit zu motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken. Die Preisträger können mit der Auszeichnung werben und erhalten so einen Imagegewinn.

Rund 60 Beiträge in fünf Kategorien wurden im Rahmen des Wettbewerbs Watt d’Or 2010 von einem Fachexpertenteam evaluiert. Dieses nominierte schliesslich 18 Beiträge für die Endrunde. Unter dem Vorsitz von Chiara Simoneschi-Cortesi kürte die Watt d’Or Jury daraus die fünf Siegerprojekte. Sie dürfen am 7. Januar 2010 die Watt d’Or Trophäe, eine riesige Schneekugel, entgegennehmen.

Siegerprojekte Watt d’Or 2010

Kategorie 1: Gesellschaft: «Gordola – Nachhaltige Wasserversorgung», Azienda Acqua Potabile Comunale Gordola: Wasser sparen heisst Energie sparen. Statt mehrere Millionen Franken in ein überdimensioniertes Projekt für ein neues Trinkwassernetz zu stecken, hat die Tessiner Gemeinde Gordola einfach die die Lecks im bestehenden Trinkwassernetz geflickt und die Wasserverbrauchsspitzen gebrochen. Mit dem dadurch eingesparten Strom könnten 200 Haushalte ein ganzes Jahr versorgt werden.

Kategorie 2: Energietechnologien: «Stromerzeugung durch Erdgasentspannung mit einer Turbine», Gasverbund Mittelland AG, Arlesheim: In Oberbuchsiten im Kanton Solothurn steht ein Kraftwerk der besonderen Art. Eine so genannte Erdgasentspannungsanlage schöpft die Energie ab, welche entsteht, wenn das Gas vom Hochdruck der Hauptleitungen auf Niederdruck für die Konsumenten gebracht wird. Aus dieser CO2-armen Energie, die anderorts einfach verpufft, macht Oberbuchsiten Strom für 1200 Haushalte.

Kategorie 3: Erneuerbare Energien: «SwissFarmerPower», SwissFarmerPower Inwil AG, Luzern: Die grösste Biogasanlage der Schweiz steht im luzernischen Inwil. Sie verarbeitet seit Oktober 2008 biogene Abfälle zu Biogas, das als CO2-neutraler Treibstoff für Erdgasfahrzeuge dient. An der 22 Millionen teuren Anlage sind 72 Landwirte beteiligt.

Kategorie 4: Mobilität: «Pneumatischer Hybridmotor», Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik, ETH Zürich: Das Team von Professor Lino Guzzella an der ETH Zürich hat als Weltpremiere einen kostengünstigen pneumatischen Hybridmotor entwickelt. Bei Mehrkosten von nur 20 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Motoren erreicht er eine Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent.  Sehen sie hier ein Video dazu.

Kategorie 5: Gebäude: «Modernisierung Mehrfamilienhaus Feldbergstrasse 4+6 zum Plusenergiehaus», Viridén + Partner AG, Zürich: Dass sie ihrer Zeit weit voraus ist, sieht man der Liegenschaft an der Feldbergstrasse 4 und 6 in Basel nicht auf Anhieb an. Die umfassend modernisierten und zusammengelegten Mehrfamilienhäuser aus dem Jahr 1896 setzen jedoch einen neuen Massstab für die Zukunft, indem sie übers Jahr weniger Energie für Wärme verbrauchen, als sie produzieren.

Die Ausschreibung für den Watt d’Or 2011 hat bereits begonnen und läuft bis Ende Juli 2010. Die Bewerbungsunterlagen sind zugänglich unter: www.wattdor.ch.

BFE

Video SF Tagesschau

Pneumatischer Hybridmotor der ETH Zürich

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