© Peter Alder (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
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Verkehrskommission: Zweite Gotthardröhre statt Alpenschutz

  • Nicole Wabersky
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Der Entscheid der Nationalratskommission für eine zweite Strassenröhre am Gotthard widerspricht dem Alpenschutz und einem haushälterischen Umgang mit Steuergeldern.

Die Diskussion um Tunnelgebühren am Gotthard macht deutlich, dass die Finanzierung einer zweiten Gotthardröhre prekär ist und letztlich auf Kosten von Agglomerationsprojekten gehen würde.

Die Diskussion um die Einführung einer Tunnelgebühr hat gezeigt, dass erstens die Prioritäten für Autobahnausbauten nicht am Gotthard liegen und zweitens die Finanzierung einer zweiten Strassenröhre höchst prekär ist. Die Alpen-Initiative hatte eine isolierte Tunnelgebühr am Gotthard abgelehnt, weil sie zu Umwegverkehr über die Gotthard-Passstrasse sowie andere Alpenpässe führen würde.

Unverständlich ist für die Alpen-Initiative, dass der Bundesrat mit veraltetem Zahlenmaterial über Lastwagen-RoLa und Autoverlad informiert. „Er hausiert weiterhin mit der nicht optimierten Verladelösung, mit falschen Angaben über die Kapazitäten eines Lastwagenverlads und überzeichnetem Landverbrauch, und er blendet auch die von einer Studie des Bundes aufgezeigten langfristigen Mehrkosten der zweiten Röhre von zwei bis drei Milliarden Franken konstant aus“, sagt Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative: „Hier wird bewusst manipuliert.“

Eine zweite Röhre am Gotthard torpediert die Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene. „Es ist mir unverständlich, wie Bundesrat und Parlament so krass am Volkswillen vorbei politisieren können“, sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative. Es zeigt sich immer klarer, wie der Alpenschutz ausgehebelt werden soll: mit dem faktischen Ausbau der Strassenkapazität und dem Abschleifen des Verlagerungsziels.

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