Verkehrsfinanzierung

  • Monika Jung
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zugDer VCS Verkehrs-Club der Schweiz ist erstaunt über die Aussagen von auto-schweiz zur Verkehrsfinanzierung. „Der Dachverband der Automobil-Importeure malt Schreckgespenster an die Wand und verbreitet irreführende Zahlen“, schreibt der Verband in einer Mitteilung. „Nicht die Automobilfahrenden, sondern die Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs will der Bundesrat in den nächsten Jahren übermässig zur Kasse bitten.“

Auto-schweiz geht gemäss VCS bei seinen Berechnungen von unrealistischen Annahmen aus. „Der Verband der Automobil-Importeure rechnet sämtliche Massnahmen im Verkehrsbereich zusammen, die diskutiert wurden. Doch der Bundesrat hat lediglich vorgeschlagen, den Preis für die Autobahn-Vignette und den Mineralölsteuerzuschlag zu erhöhen. Dies würde die Kosten für das Autofahren in den nächsten zehn Jahren um gerade mal ein Prozent steigern“, so der VCS.

Die Preise für das Bahnfahren will der Bundesrat dagegen im selben Zeitraum auf indirektem Weg um zehn Prozent erhöhen. Zusammen mit den Preiserhöhungen, welche die SBB plant, werden die Billettpreise um 17 bis 20 Prozent steigern. Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz engagiere sich deshalb dafür, dass das Bahnfahren auch künftig für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar bleibt. Arbeitnehmende, aber auch Lernende und Studierende sind oft auf den öffentlichen Verkehr angewiesen.

Der VCS lädt die Bahnfahrenden dazu ein, gegen die drohenden Preiserhöhungen beim Bundesrat mit einer elektronischen Postkarte zu protestieren: VCS-Pendlerappell. Der VCS wird die elektronischen Postkarten sammeln und danach dem Bundesrat übergeben.

Der Strassenverkehr belastet im Gegensatz zur Bahn unsere Umwelt und das Klima in erheblichem Masse. Aus diesem Grund ist es laut dem VCS unseriös, „wenn auto-schweiz behauptet, der Autoverkehr decke seine Kosten selber“. Die Umweltschäden, die durch die CO2- und Schadstoffemissionen verursacht werden, würden nicht die Autofahrenden berappen, sondern die Allgemeinheit. Eine verantwortungsvolle Umweltpolitik müsse deshalb den öffentlichen Verkehr fördern. Die Bahn sei das mit Abstand umweltverträglichste Transportmittel über grössere Distanzen. „Ausserdem entlastet ihr Ausbau die Strassen.“

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