© pilot_micha [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Verkabelung von Hochspannungsleitungen als Beitrag zur Energiewende

  • Roman Vonwil

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) weist auf einen möglichen Beitrag zur Energiewende hin, der bisher zu wenig berücksichtigt wurde. Denn durch die Verkabelung von Freileitungen können viele Energieverluste beim Stromtransport verhindert werden – was den Bau vieler neuer Kraftwerke und die damit verbundene Zerstörung unserer schönsten Landschaften unnötig machen würde.

Eine Kabelstudie der Binnaquerung im Kanton Wallis von Swissgrid zeigt, dass die Teilverkabelung der Hochspannungsleitung im Abschnitt Mörel-Ernen VS technisch möglich ist. Sie zeigt auch exemplarisch, dass die Verkabelung energetisch, landschaftlich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) sieht ein grosses Potenzial für eine Win-Win-Lösung: Anstatt Windenergieanlagen zu bauen, welche in vielen Fällen die Landschaft stark und grossräumig beeinträchtigen, könnten Hochspannungsleitungen verkabelt und zurückgebaut werden.

Durch die Verkabelung der Gommerleitung im 10 Kilometer langen Abschnitt Ernen-Mörel könnten rund 13 Millionen KWh pro Jahr eingespart werden. Dieses Sparpotenzial entspricht beispielsweise der Produktionsmenge von zwei bis drei grossen Windturbinen.

In der Studie wurden die Kabelvariante und die Freileitungsvariante mittels einer Vollkostenrechnung verglichen. Gemäss Swissgrid sind die Vollkosten bei der Verkabelung 3.9 mal höher als die Vollkosten bei der Freileitung. Der Vollkostenvergleich ist davon abhängig, welcher Strompreis während der nächsten 80 Jahre für die Kosten der Stromverluste zugrunde gelegt wird. Die Machbarkeitsstudie geht vom heutigen durchschnittlichen Strommarktpreis von 5.4 Rp/KWh aus. Dieser Strompreis ist für die Beurteilung der Verkabelungsinvestition untauglich. Für einen objektiven Vergleich müsste mit dem Strompreis aus den Gestehungskosten von neuen Investitionen in erneuerbare Energien gerechnet werden. Legte man diesen Preis zugrunde, dann würde sich die Verkabelung als wirtschaftlicher erweisen als eine Freileitung.

Mit der Verkabelung von Freileitungen könnten grosse Mengen an Strom eingespart werden, und die Kosten des eingesparten Stroms liegen tiefer als die Gestehungskosten von Stromproduktion aus Wind- oder Solarkraftwerken. Der Verzicht auf Windenergieanlagen auf Bergkreten und die Verkabelung von Übertragungsleitungen über Bergketten wäre für Landschaft und Natur ein doppelter Gewinn!