Züchtung vs. Gentechnik

  • Nora Zoller
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landwirtschaftDie Risiken und Chancen der Gentechnik bei Pflanzen werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. naturschutz.ch berichtete  unter anderem bereits über den Einfluss von gentechnisch veränderten Pflanzen auf Gewässer, den Einfluss von Gentechnik auf den Pestizidverbrauch und über die Frage, ob Gentechnik zu Ertragssteigerungen führe. Nun hat eine deutsche Studie gezeigt, dass Pflanzen durch konventionelle Züchtung stärker verändert werden als durch Gentechnik.

Die Forscher verglichen zwei konventionell gezüchtete Gerstensorten und stellten fest, dass bei diesen über 1’600 Gene unterschiedlich aktiv sind, deren Funktionen zu einem grossen Teil nicht bekannt sind. Demgegenüber waren in den gentechnisch veränderten Gerstenpflanzen im Vergleich zu den nicht veränderten Pflanzen nur wenige Gene in ihrer Aktivität beeinflusst. Auch die Wechselwirkungen mit nützlichen Bodenorganismen wurden durch die gentechnische Veränderung nicht eingeschränkt.

Es stellt sich die Frage, ob die Anzahl der veränderten Gene wirklich ein geeignetes Kriterium ist, um den Einsatz von Gentechnik zu beurteilen. Offenbar ist es in der Natur normal, dass sich unterschiedliche Sorten nicht nur in wenigen Einzelgenen unterscheiden. Vielmehr liegt darin die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Pflanzenwelt. Geeignetere Fragen zur Einschätzung wären eher die Art der Veränderungen durch die Gentechnik und deren Einfluss auf die Umweltsysteme.

Informationsdienst Wissenschaft

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