© beatloungepix [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Verbesserungspotential bei Sömmerung von Schafen

  • Roman Vonwil
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Im Sommer 2014 hat sich der Schweizer Tierschutz STS vertieft der Thematik der ungeschützten Schafherden in den Alpen befasst. In einer Studie untersuchte der STS den Zustand der Schafe in verschiedenen Sömmerungsgebieten. Die Resultate zeigen, dass beim Tierschutz in der Alpschafhaltung durchaus ein Verbesserungspotential besteht.

Rund 200’000 Schafe und 23’000 Ziegen verbringen jedes Jahr den Sommer auf Schweizer Alpen. Sie bieten eine Möglichkeit, auch Flächen in hügeligem und steilem Gelände, wo eine Mähnutzung der Wiesen oder die Haltung von Rindern nur schwer möglich ist, landwirtschaftlich zu nutzen. Da die Tiere sich auf diesen Flächen meist unbeaufsichtigt in steilem Gelände aufhalten, kommt es regelmässig zu Unfällen. Einer Studie von Alpfutur zufolge muss von 4’200 Schafen ausgegangen werden, die jährlich während der Alpsömmerung natürlichen Ursachen zum Opfer fallen.

Der Schweizer Tierschutz STS hat sich während des Sommers 2014 eingehender mit der Thematik ungeschützter Schafherden befasst. Freiwillige besuchten Sömmerungsgebiete in verschiedenen Regionen der Schweiz und beurteilten die Haltungsbedingungen und die Gesundheit der Tiere. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in einer Broschüre veröffentlicht.

Generell stellte der STS fest, dass Schafe und Ziegen auf den Alpen in Sömmerungsgebieten ohne Aufsicht in oft unwegsamem und unübersichtlichem Gelände weideten. Oft fehlten künstlich erstellte Unterstände oder Tränken in der Nähe der Weideflächen gänzlich. Die Tiere selber wiesen auf einer Mehrzahl der besuchten Alpen keine ersichtlichen Verletzungen auf – in einzelnen Fällen wurden aber auch verletzte bzw. hinkende Tiere beobachtet und von vermissten Tieren berichtet.

Aufgrund der Beobachtungen fordert der STS Massnahmen, die dazu dienen den Tierschutz in den Sömmerungsgebieten merklich zu verbessern. Generell sollen bessere Tierhaltungsbedingungen auf den Alpen geschaffen werden. So müssen ausreichend künstliche oder natürliche Unterstände den Tieren auf der Alp zur Verfügung stehen. Auch eine tägliche Kontrolle der Herde muss sichergestellt werden, denn nur so können verschwundene Tiere rechtzeitig gesucht und auch verhindert werden, dass sich Tiere in gefährlichem oder geschützen Flächen (wie zum Beispiel erosionsgefährdete Hochlagen) aufhalten. Der STS fordert zudem, dass eine Moderhinke-Sanierung vor der Alpsaison Pflicht werden soll, und dass während der Sömmerung verletzte und kranke Schafe und Ziegen schnellstmöglich geeigneter Pflege zugeführt werden.

Mit einer Petition zum Schutz der Alpschafen will der STS seinen Forderungen Gewicht verleihen.

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