Gorges du Doubs

Verbessertes Abflussregime am Doubs?

  • Nora Kieselbach
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Wie das Bundesamt für Energie BFE heute informiert, haben die Arbeiten der französisch-schweizerischen Gruppe „Abflussbewirtschaftung“ zur Erstellung eines ersten Massnahmenkatalogs geführt. Die Ziele: die Auswirkungen von Schwall und Sunk durch eine bessere Koordination der drei internationalen Wasserkraftwerke Châtelot, Refrain und La Goule zu verringern sowie eine Verbesserung des Rückhaltes der Schwallwelle vom Châtelot im Stauraum vom Refrain.

Die Arbeitsgruppe steht unter dem gemeinsamen Vorsitz der Direction Régionale de l’Evironnement, de l’Aménagement et du Logement (DREAL) der Region Franche-Comté und des Bundesamts für Energie (BFE) und Vertreter der Kantone Neuenburg und Jura nehmen teil. Die Betreiber werden punktuell eingeladen. Nach drei Sitzungen hat die Arbeitsgruppe nun Massnahmen beschlossen, welche die ungünstigen Auswirkungen der Wasserkraftwerke auf den aquatischen Lebensraum verringern sollen, unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Bedürfnisse einer Versorgung mit elektrischer Spitzenenergie ohne CO2-Ausstoss.

Die erste Reihe von Massnahmen bezweckt eine Reduktion der Geschwindigkeit des Übergangs zwischen Schwall und Sunk (Schwallrückgangsrate):

–         Im Kraftwerk Châtelot werden die Turbinen schrittweise, eine nach der anderen – inkl. Stabilisierungsphase zwischen dem Anhalten zweier Turbinen – abgestellt; die technische Machbarkeit eines noch langsameren Abstellens und damit eine zusätzliche Dämpfung von Schwall-und-Sunk wird geprüft.

–         Im Kraftwerk Refrain werden die Turbinen in mehreren Schritten und mit Stabilisierungsphasen angehalten. Während Zeiten, in denen die Fischfauna besonders sensibel auf Abflussschwankungen reagiert, werden die Turbinen durch zusätzliche Stabilisierungsphasen noch langsamer angehalten.

Eine zweite Reihe von Massnahmen ermöglicht die Optimierung dieses Schwallrückhaltes. Der Stauraum vom Refrain kann die Schwallwelle des Kraftwerkes Châtelot zurückhalten und durch die Vermeidung von Wehrüberfall bei der Staumauer Refrain, das Ausmass von umweltschädigendem Schwall und Sunk flussabwärts eindämmen.

–         Durch eine bessere Koordination des Betriebs der beiden Kraftwerke und die genauere Übertragung der turbinierten Abflussmengen im Kraftwerk Châtelot, kann die Schwallreduktion im Stauraum des Refrain verbessert werden.

–         Die vorangegangenen Schwallrückhalte-Versuche haben das Kraftwerk Châtelot veranlasst, bei günstiger Wasserführung die Dauer des Schwallbetriebs auf vier Stunden zu begrenzen.

Zur Erinnerung: Der französisch-schweizerische Doubs wird von drei internationalen Wasserkraftanlagen genutzt: Châtelot, Refrain und La Goule. Châtelot, das am höchsten flussaufwärts gelegene Kraftwerk, verfügt mit dem Moron-Stausee über einen Wasserspeicher, der im Einklang mit den schweizerischen und französischen Konzessionen zur Produktion von Spitzenenergie genutzt wird, wobei täglich grosse Mengen an Schwallwasser abfliessen (Schwall und Sunk). Ein allgemeines Wasserreglement vom 5. Februar 1969, welches von den Behörden der beiden Länder aufgestellt wurde, legt die Abflussbedingungen für die drei Anlagen an diesem Doubs-Abschnitt fest: Refrain und Goule sind für den Rückhalt des Schwallwassers zuständig (Schwalldämpfung).

Seit 1998 ermöglichte ein erstes freiwilliges Abkommen die Festlegung von Bestimmungen für die Dämpfung der Schwallwelle vom Kraftwerk Châtelot, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Dieses Abkommen wurde 2003 ergänzt, um die Restwassermengen zu erhöhen. So wurde im Châtelot eine Dotierturbine eingebaut, damit am Fuss des Staudamms stets 2 m3/s ausfliessen. Diese Massnahme ist seit Januar 2006 wirksam. Dasselbe gilt für Refrain, wo seit dem 1. Januar 2012 die Restwassermenge ebenfalls 2 m3/s beträgt.

Anhaltende Bedenken aus Fischerei-, Tourismus- und Naturschutzkreisen bewogen die Behörden der beiden Länder, mit den Betreibern die Suche nach Lösungen weiterzuführen, um die Auswirkungen des Betriebs der drei Kraftwerke auf die Umwelt weiter zu verringern.

Weitere Informationen

Bundesamt für Energie BFE

Bild: Arnaud 25 [Public Domain] via Wikimedia Common

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