VCS: nein zu Umweltetikette

  • Barbara Darani
  • -

abgase_neuGrundsätzlich begrüsst der VCS, dass der Bundesrat die Energie-Etikette durch eine Umwelt-Etikette für Personenwagen ablösen will, die auch bisher nicht berücksichtigte Umweltaspekte mit einbezieht. Richtig konzipiert wäre eine solche Etikette eine gute Hilfe für Autokäufer. Doch in ihrer jetzigen Konzeption würde die Umwelt-Etikette die Mängel der alten Energie-Etikette übernehmen. Der Bundesrat beabsichtigt nämlich, auch künftig schwere Autos und Dieselfahrzeuge mit hohen CO2-Emissionen zu bevorzugen. Diese würden dann in die besten Kategorien A und B eingestuft. Einziges Kriterium für die Einstufung darf jedoch die tatsächliche Umweltbelastung sein, die ein Auto verursacht. Der VCS lehnt deshalb in der am Freitag zu Ende gegangenen Anhörung die Umwelt-Etikette in der jetzt vorgeschlagenen Form ab. Den zu Grunde liegenden unökologischen Ansatz haben der VCS und die anderen Umweltverbände bereits seit Jahren im Zusammenhang mit der Energie-Etikette kritisiert.

Der Bundesrat begründete die Bevorzugung schwerer Fahrzeuge damit, dass diese einen höheren
Nutzen als kleinere Wagen hätten. In Tat und Wahrheit belastet ein schweres Fahrzeug jedoch die Umwelt bei der Produktion stärker, erzeugt mehr Reifenabrieb und damit mehr Feinstaub und gefährdet tendenziell die Fussgängerinnen und Fussgänger stärker. Ganz zu schweigen vom höheren Benzinverbrauch und der höheren CO2-Belastung gegenüber kleineren Wagen. Der VCS erwartet deshalb vom Bundesrat, dass er eine Umwelt-Etikette schafft, die diesen Namen auch
verdient. Einziges und alleiniges Kriterium für die Einteilung der Autos in Kategorien muss die
tatsächliche Umweltbelastung eines Wagens sein.

VCS

Beitrag kommentieren