VCS begrüsst moderaten Anstieg der Bahntarife

  • Nora Kieselbach
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Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz zeigt sich in einer Medienmitteilung erfreut, dass die Bahntarife aufs kommende Jahr hin etwas weniger stark ansteigen als geplant. Höchst positiv sei die Kompromissbereitschaft der Bahnbetriebe zu werten, welche die Billettpreise nächstes Jahr unter bestimmten Voraussetzungen nicht erhöhen wollen. Der Ball liegt nun beim Bundesrat: Er kann seinen Teil dazu beitragen, die Tarife nicht weiter anzuheizen, indem er auf die geplante zusätzliche Erhöhung der Trassenpreise verzichtet.

Im Sommer 2011 beschloss der Bundesrat, die so genannten Trassenpreise zu erhöhen, welche die Bahnunternehmen für die Benutzung des Schienennetzes zahlen. Die SBB und die übrigen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs sind nun gezwungen, diese zusätzlichen Kosten auf ihre Kundschaft zu überwälzen. Ab Mitte Dezember müssen die Fahrgäste deshalb deutlich mehr für Billette berappen.

Die SBB und die übrigen Betriebe des öffentlichen Verkehrs zeigen glücklicherweise Augenmass und Verantwortungsgefühl, indem sie nicht die gesamte Erhöhung der Trassenpreise auf die Kundschaft überwälzen; ansonsten würden die Tarife durchschnittlich um ganze 9 Prozent steigen. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe erklärten sich zudem bereit, die Tarife um durchschnittlich 5,2 statt wie ursprünglich geplant um 5,6 Prozent zu erhöhen. Besonders positiv zu werten ist, dass die Betriebe des öffentlichen Verkehrs 2013 unter bestimmten Voraussetzungen gar ganz auf Preiserhöhungen verzichten wollen.

Nun ist es am Bundesrat, ebenfalls Augenmass walten zu lassen und auf die geplante zweite Tranche der Erhöhung der Trassenpreise zu verzichten, um die Bahnpreise nicht weiter anzuheizen. Umweltpolitisch ist es Unsinn, ausgerechnet das auf langen Distanzen umweltgerechteste Verkehrsmittel einseitig zu verteuern. Damit werden die Reisenden aufgefordert, wieder vermehrt das Auto zu benutzen.

Und auch das Parlament ist gefordert, denn eine nachhaltige Verkehrspolitik tut Not. Mit der Volksinitiative „Für den öffentlichen Verkehr“ haben der VCS und seine Partnerorganisationen einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, wie der Ausbau des Schienennetzes ohne weitere Preiserhöhungen finanziert werden kann. Damit wird ein Neuanfang in der schweizerischen Verkehrspolitik gemacht.

Weitere Informationen

VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Bild: Kabelleger / David Gubler (http://www.bahnbilder.ch) (Wikimedia Commons)

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