© Tukka (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
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Variante „Umbau“: Guter Ansatz mit Verbesserungspotential

  • Nicole Wabersky
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Der VCS beider Basel lehnt die von der Regierung für den ELBA-Raum propagierte Verkehrsvariante „Ausbau inkl. Trasseesicherung äussere Tangente (= Südumfahrung)“ entschieden ab. Auch die Variante „Ausbau“ ohne Autobahn im Leimental zeugt von einer völlig überholten, einseitigen Strassenplanung für den Autoverkehr. Einzig die Variante „Umbau“ weist in eine umwelt- und damit zukunftsverträglichere Richtung.

Studienauftrag und Mitwirkungsprozess für die Entwicklungsplanung Leimental – Birseck – Allschwil (ELBA) waren aufwändig und professionell organisiert. Doch der Aufwand hat sich laut VCS beider Basel keineswegs gelohnt. Die Regierung zerrt in ihrer Empfehlung an den Landrat wiederum die Südumfahrung hervor, obwohl sie von allen Planungsteams für die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung im ELBA- Raum als kontraproduktiv beurteilt wurde. Die Südumfahrung dient einzig der Zersiedelung und damit dem genauen Gegenteil der ELBA-Ziele.

Die Variante „Umbau“ setzt als einzige Variante das klare Ziel, den Modalsplit zu Gunsten des Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehrs zu erhöhen. Sie will die bestehende Verkehrsinfrastruktur bei Bedarf und etappenweise an die effektive Einwohner- und Arbeitsplatzentwicklung anpassen. Nur diese Variante kann flexibel genug reagieren, wenn die prognostizierte Entwicklung nicht eintreffen sollte.

Doch auch diese Variante „Umbau“ setzt noch zu wenig auf betriebliche Massnahmen. So kann beispielsweise eine Ortsdurchfahrt mit einer Tempobeschränkung leistungsfähiger und velosicherer werden, ohne dass Ausbauten nötig sind. Diese Optimierung würde die Variante „Umbau“ laut Mitteilung noch kostengünstiger machen.

Die Baselbieter Regierung propagiert ausgerechnet die allerteuerste Variante, wobei die Kosten der Südumfahrung noch gar nicht eingerechnet sind. Auch die Variante „Ausbau“ ohne Südumfahrung kostet mit einer „stadtnahen Tangente“ und weiteren Strassenprojekten 1,8 Milliarden Franken (+/- 50%) und damit das Doppelte im Vergleich zum „Umbau“. Die jährlichen Betriebskosten wären bis zu achtmal höher (bis 4 Millionen Franken).

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