Dürre, Trockenheit, Trockenrisse

US-Dürre trifft auch Schweizer Bauern

  • Nora Kieselbach
  • -

In den USA herrschen schon seit Wochen extreme Temperaturen; die schlimmste Trockenheit seit über einem halben Jahrhundert ist die Folge. Die damit einhergehenden Ernteausfälle beim Getreide könnten auch die Schweiz teuer zu stehen bekommen: bereits sind die Weltmarkt-Preise für Futtermittel aus Soja stark gestiegen. Besonders betroffen sind die Schweineproduzenten, wie 20Minuten online berichtet.

Zwar beziehen die Schweinehalter das als Futtermittel verwendete Sojaschrot wegen des Gentech-Moratoriums nicht (mehr) aus den USA, sondern ausschliesslich aus Brasilien. Die Dürre in den Vereinigten Staaten hat aber den Weltmarktpreis für Soja in die Höhe schiessen lassen, von 45 auf 75 Franken für 100 Kilogramm Sojaschrot innerhalb weniger Monate.

Die Schweiz importiert pro Jahr rund 320’000 Tonnen Soja, Raps und Maisgluten zur Futtermittelherstellung. Der Aufschlag von mehr als 300 Franken pro Tonne schlägt sich damit in Mehrkosten von etwa 100 Millionen Franken nieder. Alleine die Schweizer Schweinebauern befürchten daher Mehrkosten von 60 Millionen Franken – mindestens. Dabei ist die finanzielle Situation vieler Schweinehalter bereits angespannt. Dies unter anderem wegen Investitionen, welche die verschärften Tierhaltungsvorschriften mit sich brachten.

In der gegenwärtigen Krise zeigt sich nun die starke Abhängigkeit der Branche von ausländischem Futtergetreide. Denn nach dem Fütterungsverbot für Tiermehl als Reaktion auf BSE ist seit vergangenem Jahr auch die Verfütterung von Speiseabfällen aus Restaurantküchen an Schweine untersagt. Dazu kommt ein massiver Rückgang beim Futtergetreideanbau in der Schweiz. Die Schweinehalter hoffen nun auf die Hilfe des Bundes.

Aber auch die Schweizer Produzenten von Geflügelfleisch und Eiern bekommen die Dürre in den USA zu spüren. Die Vereinigung der Futtermittelfabrikanten rechnet für diese Branche mit Mehrkosten von 25 bis 30 Millionen Franken. Für die Schweizer Eierproduzenten von GalloSuisse ist daher klar, dass die steigenden Futtermittelpreise sich entweder in höheren Abnahmepreisen für die Grossverteiler oder in höheren Ladenpreisen für den Endkonsument niederschlagen müssen.

Nur wenig betroffen von der US-Dürre sind hingegen die Schweizer Milchproduzenten, da diese Branche kaum von ausländischen Futtermitteln abhängig ist. Die Nahrung der Kühe besteht zu 75 bis 80 Prozent aus betriebseigenem Futter.

Weitere Informationen

Bild: Hannes Grobe [CC-BY-SA-2.5] via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren