By Hans-Petter Fjeld (Own work) [CC-BY-SA-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
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Urner Wolf gerät ins Visier

  • Amanda Buol
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In jüngster Zeit wurden in Gurtnellen und Wassen 25 Schafe von einem Wolf gerissen. Damit sind die Bedingungen für einen Abschuss erfüllt. Der Kanton Uri hat nun die Abschussverfügung erlassen.

Auf Heimbetrieben und Alpen der Gemeinden Isenthal und Erstfeld wurden seit Mitte Mai 2016 16 Schafe und seit letzter Woche auf verschiedenen Alpen in Gurtnellen und Wassen weitere 25 Schafe gerissen. Im Gegensatz zu Isenthal und Erstfeld, waren die Gebiete Gurtnellen und Wassen bis anhin als Nichtpräsenzgebiet des Wolfes ausgeschieden, teilt der Kanton Uri mit.

Somit sei die Schadensschwelle von 25 gerissenen Nutztieren erreicht (nach Eidgenössischer Jagdverordnung Art. 9bis). Aus diesem Grund hat der Kanton Uri eine Abschussverfügung für den Wolf erlassen. Der Abschussperimeter umfasse die bestossenen Alpen und deren unmittelbare Umgebung im Gemeindegebiet der Gemeinden Gurtnellen und Wassen, sowie das Streifgebiet des Wolfes, schreibt der Kanton Uri.

In der Schweiz ist der Wolf geschützt. Kantone können für einzelne Wölfe, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten, eine Abschussbewilligung erteilen. Ziel ist es, weitere Schäden zu vermeiden. In den Folgejahren werden die Risse nur noch gezählt, wenn alle zumutbaren Schutzmassnahmen ergriffen werden oder die Tiere auf den Alpen nicht mit zumutbaren Massnahmen geschützt werden können. Die Abschussbewilligung ist auf 60 Tage befristet.

Nach Einschätzung der Gruppe Pro Wolf Schweiz (GWS) sind die Bedingungen für einen Abschuss eines Wolfes gemäss der Eidgenössischen Jagdverordnung erfüllt. Jedoch sei ein Wolfabschuss keine nachhaltige Lösung, denn bald rücke wieder ein Wolf nach. Einzig der Herdenschutz sei langfristig zur Schadenprävention geeignet. Auf verschiedenen Urner Alpen wurden bereits Herdenschutzmassnahmen ergriffen. Da aber im ganzen Kanton Uri jederzeit mit dem Auftauchen von Wölfen gerechnet werden muss, ist der weitere Ausbau des Herdenschutzes notwendig.

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