Urbanisierung führt zunehmend dazu, dass die ländlichen Gegenden Trockenheiten und Dürren ausgesetzt sind.
Die schnelle Urbanisierung führt dazu, dass Wasser von ländlichen Gebieten in die Städte umgeleitet werden. © PublicDomainPictures, via pixabay

Urbanisierung führt zu Wasserknappheit auf dem Land

  • Stefanie Wermelinger
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Die weltweit zunehmende Urbanisierung steigert die Nachfrage nach Wasser in den Städten. Dies führt dazu, dass immer mehr Wasser aus den ländlichen Gegenden in die Städte abgeleitet wird. So erhöht sich auf dem Land das Risiko für Dürren und das Konfliktpotential steigt.

Eine Studie der Oxford Universität untersucht die Auswirkungen der Umleitung von Wasser aus ländlichen Gegenden in Städte. Es stellt sich heraus, dass durch die Wasserumleitung die Ungleichheit zwischen Stadt und Land verstärkt wird. Dies führt zu Aufruhr und Konflikten. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung weiter, wie es sich zuletzt bei Auseinandersetzungen durch Dürren in Kapstadt, Melbourne oder Sao Paulo gezeigt hat.

16 Milliarden Kubikmeter Wasser umgeleitet

Die Forscher fanden heraus, dass weltweit 69 Städte und insgesamt 383 Millionen Menschen rund 16 Milliarden Kubikmeter Wasser aus ländlichen Gebieten beziehen. Dies entspricht beinahe der jährlichen Durchflussmenge des Colorado River. Vor allem in Nordamerika und Asien sind viele Städte abhängig vom ländlichen Wasser.

Diese Daten sind aber nur die Spitze des Eisberges, meint Dustin Garrick, Hauptautor der Studie. Die Untersuchungen zeigen, dass das Ausmass und die Kosten der Umleitung von Wasser in die Städte klar unterschätzt werden. Dies liegt vor allem an den fehlenden Daten, welche besonders für Südamerika und Afrika nur unzureichend sind. Laut Garrick wird genau an diesen Orten in Zukunft das Problem der Wasserversorgung wahrscheinlich am grössten sein.

Um Konflikte zu vermeiden müssen die ländlichen Gegenden in die Planung, Entwicklung um Umsetzung der Wasserumleitungs-Projekte mit eingebunden werden. Als gutes Beispiel bezeichnet Garrick die mexikanische Stadt Monterry. Hier werden die Landwirte entschädigt und für ihre Bewässerung wird ihnen Abwasser aus der Stadt zur Verfügung gestellt. Idealerweise werden die Städte aber so gestaltet, dass sie unabhängiger vom Umland sein können und stattdessen das genutzte Wasser wieder verwenden können.

Hier finden Sie die vollständige Studie «Rapid urbanization increasing pressure on rural water supplies globally».

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