kleintierklinik

Urban Mining

  • Monika Jung
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kleintierklinikDie Stadt als ewige Recyclingquelle, das ist in etwa „urban mining“. Es geht um die Gewinnung von Rohstoffen aus Abfallmaterial, Schrott und Abbruchmaterial. Rohstoffe sind in Gebäuden, Industrieanlagen und Elektronik nur geparkt und können später wiederverwendet werden.

Die Baudirektion des Kantons Zürich schreibt in einer Medienmitteilung, dass sie für eigene Bauten zunehmend Rückbaustoffe einsetzt und bekennt sich damit zur Kreislaufwirtschaft. Das Gebäude der neuen Kleintierklinik der Universität Zürich wurde beispielsweise nach neusten ökologischen Vorgaben erstellt. „Die Kleintierklinik wurde im Minergiestandard erstellt“, sagt Martin Reber vom Hochbauamt, Abteilung Hochschulbauten. Minergie ist ein wichtiger Energiestandard in der Schweiz für Niedrigenergiehäuser. „Je nach Beanspruchung wurden alle erdberührenden Betonteile wie aber auch die Innenwände in Sichtbeton unter Beimischung maximal möglicher Anteile an Recyclingbeton erstellt.“

Recyclingbeton ist ein Beton, bei dem Kies zum Teil durch rezykliertes Baumaterial ersetzt wird. Aufgrund der hohen Bautätigkeit fallen im Kanton Zürich zunehmend Reststoffe aus dem Abbruch von Gebäuden an. Diese Reststoffe bilden ein wertvolles Ausgangsmaterial für die Herstellung neuer Baustoffe.

Die Baudirektion hat ausgerechnet, dass 2010 der Gebäudepark im Kanton Zürich 284’000 Gebäude umfasst, die im Durchschnitt 50 Jahre alt sind. Davon sind 50 Prozent Einfach- und Mehrfamilienhäuser. Alle Gebäude bestehen aus Rohstoffen, die bei Renovationen oder Abbruch anfallen, und weil Baustoffe teuer sind, ist das Recyclingmaterial attraktiv.

Artikel im Tagesanzeiger

Weitere Informationen (Englisch)

Bild: Brigitte Blöchlinger/UZH

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