Uranabbau in Tansania gefährdet Mensch & Natur

  • Stefanie Pfefferli
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Über 20.000 Menschen unterzeichneten eine Petition gegen den geplanten Uranabbau in tansanischen Naturschutzgebieten. Die Aktion wurde von verschieden Organisationen unterstützt unter anderem auch von Rettet den Regenwald e.V. und vom NABU. International wurden die Unterschriften der tansanischen Botschaft überreicht.

„Langjährige Erfahrungen zeigen, dass Uranbergbau nie zu einer sinnvollen wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt, sondern mit massiven Umweltschäden und Beeinträchtigungen für die lokale Bevölkerung einhergeht“, so die Verbände. Das UNESCO Weltnaturerbe Selous, ist auch eines der lokalisierten Uran-Abbaugebiete und Lebensraum für viele bedrohte Tierarten wie Elefanten, Spitzmaulnashörner und Wildhunde. Zudem ist auch der Selous-Niassa-Korridor betroffen, welcher die grössten afrikanischen Schutzräume verbinden soll.

Uran ist hochgiftig, radioaktiv und kann auch das Erbgut schädigen. Beim Uranabbau wird Uran aus seinem natürlichen Einschluss herausgerissen und in hochmobiler Form der Atmosphäre ausgesetzt. Wesentliche Kontaminationspfade sind Staub, Radongas und Sickerwasser. Da Uran im Erz nur in sehr geringen Konzentrationen vorliegt (meist unter 0,1 Prozent), entstehen riesige Halden von schlammartigen Abfällen, die rund 80 Prozent der ursprünglichen Radioaktivität und andere Giftstoffe in sehr mobiler Form enthalten. Diese Halden müssten auf unabsehbare Zeit sicher von der Umwelt isoliert werden. Kritisch ist auch der gigantische Energie- und Wasserverbrauch der Uranmühlen, vor allem in einem Land wie Tansania, das derzeit unter extremer Trockenheit leidet. Bereits in der Erkundungsphase wurden die Rechte und Interessen der Anwohner nicht respektiert, insbesondere fehlt nach wie vor eine umfassende und seriöse Information der ansässigen Bevölkerung. International gängige Praktiken, wie das sachgerechte Verschliessen der Bohrlöcher, wurden nicht eingehalten.
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Bild: Daniel Fassbender

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