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Uralte Blütenpflanzen-Pollen gefunden

  • Sophie Ryser
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Bisher hatte man angenommen, dass sich Blütenpflanzen vor etwa 140 Millionen Jahren, also in der frühen Kreidezeit entwickelt haben. Nun konnten Forscher der Universität Zürich zeigen, dass es diese schon gut 100 Millionen Jahre früher gegeben haben muss.

Blütenpflanzen haben sich aus Vorgängerpflanzen entwickelt, welche den heutigen Farnen, Koniferen oder dem Ginkgo ähnelten. Wann genau sich diese entwickelt haben, ist schwer festzustellen, da es von Blüten und Blättern wegen ihrer zarten Struktur wenig Fossilien gibt. Die ältesten Funde bestehen daher aus Pollenkörnern. Diese findet man sehr häufig in Gesteinen der Kreidezeit, weshalb man annahm, dass sich die Blütenpflanzen zu dieser Zeit ausbreiteten.

Nun wurden in Bohrkernen von Gestein aus der Schweiz Pollen entdeckt, welche Peter Hochuli und Susanne Feist-Burkhardt von der Universität Zürich auf ein Alter von 252 bis 247 Millionen Jahre datierten. Die Pollen wurden dabei mit einer speziellen Art der Mikroskopie sichtbar gemacht. Gefunden wurden Pollen von sechs verschiedenen Pflanzenarten, welche typische Merkmale von Blütenpflanzenpollen aufweisen. Schon einige Jahre früher wurden in Bohrkernen aus der Barentssee ganz im Norden Europas Pollen entdeckt, welche aus der Trias stammen. Mit diesem weiteren Fund konnte dieses Alter nun definitiv bestätigt werden.

Wie diese ersten Blütenpflanzen ausgesehen haben, können die Forscher nicht rekonstruieren. Anhand der Pollenstruktur gehen sie aber davon aus, dass sie von Insekten, höchstwahrscheinlich von Käfern bestäubt wurden. Denn Bienen besiedelten die Erde erst etwa 100 Millionen Jahre später.

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Bild: Carsten Pietzsch [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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