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Lärmexperimente in der Antarktis

  • Manuela Just
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Forscher des Alfred Wenger Instituts für Polarforschung führen Lärmexperimente in der Antarktis durch. Die Versuche werden vom WWF Deutschland und der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) scharf kritisiert.

Bei den umstrittenen Untersuchungen handelt es sich um so genannte seismische Explorationen. Mit „Airguns“, einer Art Schallkanone, werden Explosionen mit extrem lauten Schallwellen erzeugt. Die Schallwellen wandern durch das Wasser und schallen mehrere Kilometer tief in den Boden. Die Echos geben Aufschluss über die Bodenstruktur und beispielsweise über Erdöl- und Gasvorkommen.

Nachdem das Umweltbundesamt als zuständige deutsche Behörde die Genehmigung für die Untersuchungen des Alfred Wegener Instituts verweigert hatte, werden diese derzeit von einem russischen Kooperationspartner durchgeführt. Karsten Brensing vom WDCS wertet das Verhalten des Polarforschungsinstituts als „skandalös“. Das Alfred Wegener Institut habe zugesagt, besonders gefährliche grossvolumige „Airguns“ zu verzichten. Stattdessen werden die Experimente mit einer russischen Genehmigung unter “falscher Flagge“ ausgeführt. „Mit diesem Wortbruch untergräbt das Institut internationale Umweltschutzbemühungen“, kritisiert der Bioakustiker und Meeresbiologe.

„Der Höllenlärm unter Wasser wird Kilometer weit übertragen und kann bei Walen und Robben massive Gehörschäden verursachen“, warnt  Stephan Lutter, Meeresschutzreferent beim WWF Deutschland. Gerade Wale seien auf ein intaktes Gehör für Nahrungssuche Paarung und Kommunikation angewiesen. Unterwasserlärm gelte als eine mögliche Ursache für die immer wieder beobachteten Strandungen von Meeressäugern.

WWF Deutschland

WDCS

Bild: http://www.noaa.gov/, copied from German Wikipedia

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