© Stefan Bröckling [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Unklare Übertragung von neuem Vogelgrippe-Virus

  • Roman Vonwil
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In verschiedenen europäischen Ländern wurden im November 2014 neue Fälle der Vogelgrippe in Geflügelfarmen gemeldet. Nun wurde das Virus auch bei einer wilden Ente auf der Insel Rügen entdeckt. Das deutsche Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit empfiehlt als Reaktion auf den Fund eine Stallpflicht für Nutzgeflügel in Regionen mit vielen Wildvögeln. Dies, obwohl weiterhin ungeklärt ist, ob überhaupt eine Übertragung von Wildvögeln auf Nutzgeflügel stattfindet.

Das neu in Europa aufgetauchte Vogelgrippe-Virus H5N8 gilt als gefährlich und stellt laut der Welternährungsorganisation (FAO) eine ernsthafte Bedrohung für die Geflügelindustrie dar. Der für Nutzgeflügel hochpathogene Erreger wurde bisher auf Geflügelfarmen in England, den Niederlanden und Deutschland entdeckt. In den betroffenen Betrieben mussten die Tiere notgeschlachtet werden.

H5N8 wurde Mitte November auch erstmals bei einem Wildvogel nachgewiesen. Der Erreger wurde in einer Krickente entdeckt, die keine ersichtlichen Krankheitszeichen aufwies und für ein Wildvogel-Monitoring erlegt worden war. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) sei der Fund des Erregers in der Krickente jedoch noch kein ausreichender Beweis dafür, dass Wildvögel das H5N8-Virus in heimische Nutzgeflügelbestände eingeschleppt hätten. Es sei genauso wahrscheinlich, dass das Virus durch den weltweiten Transport von Tieren und Futtermitteln verbreitet werde, und dass sich Wildvögel an bereits infiziertem Nutzgeflügel ansteckten statt umgekehrt.

Ein Hinweis darauf, dass die Vogelgrippe-Erreger nicht durch Wildvögel verbreitet und in Geflügelfarmen eingeschleppt würden, sei der Umstand, dass bisher noch kein Fall bekannt geworden sei, in dem Nutzgeflügel aus Freilandhaltung oder kleinen Privathaltungen betroffen seien, obwohl diese besonders leicht mit Wildvögeln in Kontakt kämen.

Der NABU fordert deshalb, dass die genauen Infektionswege der betroffenen Massentierhaltungen identifiziert werden, damit gezielte Massnahmen gegen eine weitere Ausbreitung getroffen werden können.

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