Das Klein Matterhorn in Zermatt wird schleichend touristisch ausgebaut. Die Umweltverbände Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Pro Natura Schweiz, WWF, Mountain Wilderness wehren sich seit Jahren vehement gegen Pläne der Bergbahnen, einen 117 m hohen Bau mit Aussichtsplattform auf dem Klein Matterhorn zu errichten. Eine entsprechende Beschwerde gegen die Einzonung des Berggipfels wurde bereits eingereicht. Nun wurde der Berggipfel mit weiteren Bauten – mindestens teilweise ohne Bewilligung– beeinträchtigt.
Kürzlich stellten wir fest, dass sich auf dem Gipfel des Klein Matterhorns eine von weitem sichtbare, hohe Konstruktion (Höhe ca. 20‐30 m, aus Stahl/Aluminium oder ähnlichem) befindet, welche wohl dem Lumorama‐Spiel dient. Mit dem Telefon können Anrufer wählen, in welcher Farbe die Stationen Schwarzsee, Trockener Steg, Rothorn oder Klein Matterhorn leuchten sollen. Die Beleuchtung erfolgt mittels RGB‐Strahlern (mit LED Elementen).
Dieser „Leuchtgag“ fördert die Lichtverschmutzung und vermittelt in der Zermatter Bergwelt Disneyland-Atmosphäre. Zudem löst dies mit Blick auf die aktuelle Energiediskussion Kopfschütteln aus. Ob eine Baubewilligung vorliegt, ist in Abklärung. Die Verbände gelangten daher an die kantonale Baukommission (KBK).
Zudem ahndeten die Verbände bei der KBK eine rechtswidrige Bautätigkeit auf dem Klein Matterhorn, nämlich die Erneuerung und den Ausbau des bestehenden Liftschachtes. Dieser erreicht nun die Höhe der Aussichtsplattform und wirkt als turmartiges Gebilde im exponierten Gipfelgelände störend. Der massive Bau wurde ohne Baubewilligung erstellt. Offenbar erachten die Zermatt Bergbahnen AG das Klein Matterhorn als rechtsfreien Raum und beliebigen Bauplatz.
Die SL erwartet hier eine Intervention der KBK und den sofortigen Stopp des Lumorama-Spektakels!
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
Diskussion
Kommentar senden zum Artikel “Unbewilligte Bautätigkeiten”