Die Verschmutzung der Meere war ein Thema an der UN-Konferenz. | © Hillary Daniels, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die Verschmutzung der Meere war ein Thema an der UN-Konferenz. | © Hillary Daniels, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

UN-Konferenz in Mexiko: Biodiversitäts-Verlust soll mit neuen Anregungen gebremst werden

  • Cécile Villiger
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Die UNO-Biodiversitätskonferenz von Cancun mit über 6000 Teilnehmenden ist beendet. Die 195 Mitgliedstaaten der weltweiten Biodiversitätskonvention (CBD) haben wichtige Beschlüsse gefasst, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu bremsen. Damit sollen die 20 Ziele des strategischen Plans zum Schutz der Biodiversität bis 2020 doch noch erreicht werden. Ohne deutlich verstärkte Anstrengungen würden nur zwei der 20 Ziele erfüllt werden.

  • Der Strategische Plan zum Schutz der Biodiversität 2020 muss deutlich schneller und engagierter umgesetzt werden. Die 20 Ziele des Plans müssen in politisch verbindlichen nationalen Aktionspläne zum Schutz der Biodiversität übersetzt werden. Dies auch in der Schweiz, wo der Aktionsplan zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie immer noch nicht verabschiedet wurde.
  • Land- und Forstwirtschaft müssen nachhaltig erfolgen und den Belangen der Biodiversität Rechnung tragen. Schädliche Subventionen müssen abgebaut, Dünger und Pestizide so wenig wie möglich benutzt, und agroökologische Ansätze verfolgt werden. Handlungsbedarf besteht wie der Bericht des Bundesrates von letzter Woche gezeigt hat, auch in der Schweiz. Der Vorstoss der EU und Brasiliens, vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung eine „Nachhaltige Intensivierung“ der Landwirtschaft zu fördern, wurde an der Konferenz erfolgreich abgewehrt.
  • Es wurde eine „Koalition der Willigen“ gegründet, um dem durch Verringerung des Blütenangebots und Pestizide erzeugten Rückgang von Bienen und anderen Bestäubern zu begegnen. Auf Initiative der Niederlande haben 11 europäische Länder beschlossen, nationale Aktionspläne zu diesem Zweck zu entwickeln. Die Schweiz ist bei dieser Koalition leider nicht dabei.
  • Es wurde ein Plan entwickelt, wie die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll reduziert und vermieden werden kann.
  • Die Konferenz machte einen ersten Schritt um grosse Schlupflöcher im System für eine gerechte Aufteilung des Gewinns aus der Nutzung genetischer Ressourcen (Nagoya Protokoll) zu stopfen. Diejenigen welche mit genetischen Ressourcen einen Gewinn erzielen, müssen etwas an die Ursprungsländer zurückgeben. Umstritten ist, ob dies auch für die betreffenden genetischen Informationen gilt. Bis zur nächsten Konferenz sollen nun mit Hilfe einer Studie und einer Expertengruppe die Auswirkungen der Nutzung genetischer Datenbanken untersucht werden.

Diese Beschlüsse wurden gefasst, melden Pro Natura, BirdLife Schweiz, Public Eye und WWF Schweiz und von den genannten Organisationen begrüsst.

Die Konvention für die biologische Vielfalt CBD
Die CBD ist eine der drei wichtigsten internationalen Umweltabkommen, welche am Rio-Gipfel 1992 verabschiedet wurden. Fokus der CBD ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität und von deren Bestandteilen, als auch der gerechte Vorteilsausgleich der Nutzung von genetischen Ressourcen. Alle Staaten der Welt sind Mitglieder der CBD mit Ausnahme der USA, die nur Beobachterin ist.

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