Umweltverbände unterstützen Energiestrategie

  • Redaktion Naturschutz
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Die Schweizer Bevölkerung, der Bundesrat und das Parlament haben die einmalige Chance, mit der Energiestrategie 2050 Geschichte zu schreiben. Wir alle sind Macher für die sichere Energiezukunft der Schweiz. Auch die Umweltorganisationen. Voraussetzung für den Energieumschwung ist ein effizienter Strommix aus 100 Prozent einheimischen und erneuerbaren Quellen bis spätestens 2035, schreiben Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Schweizerische Energie-Stiftung SES, WWF Schweiz und VCS Verkehrs-Club der Schweiz in einer gemeinsamen Stellungnahme. Ein solcher Strommix (56.4% Wasser, 24.6% Sonne, 13.1% Biomasse, 3.5% Geothermie, 2.4% Wind) kombiniert mit einer wirksamen Effizienzpolitik bringt Gewinn für Umwelt, Klima, Gewerbe und den Denk- und Werkplatz Schweiz. Der Weg zu diesem für die Schweiz lohnenden Zwischenziel „100PRO“ ist realistisch und machbar – mit verbindlichen AKW-Abschaltdaten und ohne Abstriche beim Klima- und Naturschutz.

Taten und Grenzen stärken das Profil der Energiestrategie 2050
Ein erster Schritt zum effizienten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist mit dem Vorschlag des Bundesrates getan. Ein zweiter muss folgen. Die Umweltorganisationen verbinden die Stellungnahme mit dem Appell an den Bundesrat, die Energiestrategie 2050 dynamischer anzugehen und mit den wirksamen Massnahmen nicht bis nach 2035 abzuwarten. Sie nennen dazu konkrete Massnahmen wie verstärkten Zubau von Photovoltaik oder sofortige Einführung einer Strom- lenkungsabgabe, die dann später in eine Energielenkungsabgabe überführt werden kann. Gestärkt wird das Profil der Energiestrategie 2050 durch klare Grenzen:

1. Kein Ausstieg aus dem Ausstieg:
Die Umweltallianz begrüsst, dass die Energiestrategie 2050 ein Verbot für neue Atomkraftwerke vorsieht. Der Nagelprobe aber stellt sich der Bundesrat nicht: Er sieht keine Laufzeitbeschränkung für die bestehenden AKW vor. „Wir fordern eine verbindliche Laufzeitbeschränkung für alle AKW auf 40 Jahre“, sagt Kaspar Schule, Leiter Klima und Energie von Greenpeace Schweiz. „Das ergibt eine sinnvolle Etappierung bis 2025 und ist konsequent an den Geboten der Sicherheit orientiert“.

2. Kein Ausstieg aus dem Klimaschutz:
“Der Bundesrat will Gaskraftwerke bauen und fossile WKK-Anlagen subventionieren – ein unnötiger und schädlicher Plan“, sagt Ion Karagounis, Programmleiter WWF Schweiz. „Damit wird der Klimaschutz auf die lange Bank geschoben und der Umstieg auf die Erneuerbaren um Jahre verzögert.“

3. Kein Ausstieg aus dem Natur-und Landschaftsschutz:
Rico Kessler, Leiter Politik und Internationales von Pro Natura fordert zwei Massnahmen: „Keine Anlagen, die die Ziele von Landschafts- und Naturschutzgebieten verletzen. Und es braucht eine verbindliche, ganzheitliche Schutz- und Nutzungsplanung insbesondere bei den Gewässern.“ Die Wasserkraft ist auch künftig die Basis der Stromproduktion. Doch die Zitrone ist ausgepresst: 95% des technisch erschliessbaren Potenzials ist bereits genutzt. Konzentrieren wir uns auf die Stromeffizienz und andere erneuerbare Energieträger wie zum Beispiel die Photovoltaik.

Bild: Achim Raschka [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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