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Klimasünder Kohlekraft

  • Gavino Strebel
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113710Eine ganze Reihe von Kohlekraftwerk-Projekten in Deutschland sind in den letzten Wochen gestoppt worden. Und der Widerstand gegen solche Vorhaben wächst weiter. Doch einige Schweizer Energierversorger setzen noch immer auf dreckigen Kohlestrom. Der WWF hat bei der EU in Brüssel eine Beschwerde eingereicht und fordert einen Stopp für alle Schweizer Kohle-Projekte.

Diese Woche läuft die öffentliche Einspracheverhandlung zum geplanten Kohlekraftwerk Brunsbüttel in Norddeutschland. Heftige Proteste der Anwohner begleiten den Prozess. Dennoch wollen Rätia Energie (GR), Groupe E (FR), Romande Energie (VD), SN Energie (SG) und die Elektra Birseck (BL) weiter in dieses fragwürdige Projekt investieren. Obschon Kohlestrom eine Dinosaurier-Technologie ist: Allein im letzten Monat sind drei Projekte in Deutschland gestorben. Wegen der steigenden Preise für CO2-Emissionsrechte sind die wirtschaftlichen Aussichten düster. Auch die Berner BKW hat sich aus wirtschaftlichen Gründen aus einem Kohle-Projekt zurückgezogen. Kohle ist die schmutzigste Art, Strom zu produzieren: Blei, Cadmium und Feinstaub belasten die Umgebung, und gigantische Mengen des Klimagases CO2 gelangen in die Atmosphäre. Das Kohlekraftwerk in Brunsbüttel würde ähnlich viel CO2 produzieren wie alle Autos in der Schweiz zusammen.

Die meisten Schweizer Energieversorger sind im Besitz der Öffentlichkeit; gerade sie müssten ihre Verantwortung für die Umwelt und die Bevölkerung wahrnehmen. Der WWF Schweiz fordert deshalb, dass die Schweizer Energieversorger sich unverzüglich aus allen Kohle-Projekten zurückziehen. Investitionen in erneuerbare Energien wie Windkraft sind nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern auch wirtschaftlich aussichtsreicher.

WWF

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