umweltrating energieetikette

Umweltrating.ch – Zwischenbilanz

  • Silvan Kaufmann
  • -

umweltrating energieetiketteDie Umweltorganisationen ziehen in der Mitte der Legislatur eine Zwischenbilanz. Sie haben das Abstimmungsverhalten der National- und der Ständeräte ausgewertet. Wer immer für die Umwelt gestimmt hat, hat heute Morgen im Briefkasten eine Umweltetikette gefunden mit der Kategorie A, wer keinen Sinn für die Umwelt bewiesen hat, erhielt eine Umweltetikette mit der Kategorie G.

Die Umweltetikette für das Auto ist zwar noch nicht beschlossen, doch den Parlamentarierinnen und Parlamentariern wurde sie heute von der Umweltallianz bereits ausgehändigt! Greenpeace, Pro Natura, Verkehrs-Club Schweiz, WWF Schweiz, die Schweizerische Energie-Stiftung und SVS/BirdLife Schweiz haben die 24 wichtigsten umweltpolitischen Abstimmungen der vergan-genen 2 Jahre ausgewertet. Als Datengrundlage dienten die namentlichen Abstimmungen im Nationalrat. Da die Abstimmungen nur im Nationalrat aufgezeichnet werden, erhielten die Ständeräte einen Fragebogen zu 13 entsprechenden Geschäften in der kleinen Kammer. Natio-nal- und Ständeräte haben darauf basierend eine Umweltetikette erhalten. Mit der Kategorie A (mindestens 21 Stimmen für die Umwelt) wurden insgesamt 62 NationalrätInnen und 10 Stände-rätInnen (mind. 12 Stimmen für die Umwelt) ausgezeichnet. Ein G (nicht mehr als 2 Stimmen für die Umwelt) erhielten 58 Nationalräte – 29 Ständeräte erhielten keine Bewertung, da sie den Fragebogen nicht ausgefüllt hatten.

Während Grüne (94%) und SP-Parlamentarier (94%) praktisch durchwegs für die Umwelt stimm-ten, kam die FDP-Fraktion bloss auf 27%. Die SVP-Fraktion verweigerte sich fast konsequent (6%). Die CVP liegt bei diesem Zwischenrating mit 63% über der Mitte. 29 NationalrätInnen haben in allen 24 untersuchten Abstimmungen für die Umwelt gestimmt. 13 Parlamentarier ha-ben hingegen konsequent gegen die Umwelt entschieden (2007: 32).

Die Zwischenbilanz zeigt, dass trotz einiger Erfolge noch viel zu tun bleibt. Das Klima ändert sich rasch und laut neuesten Studien schneller als erwartet. Die internationalen Klimaverhand-lungen in Kopenhagen stehen vor der Tür, doch in der Schweiz kommt der Klimaschutz nur schleppend voran. «Siedlungs- und Infrastrukturflächen wachsen nach wie vor rasant. Dadurch gehen laufend naturnahe Lebensräume und schöne Landschaften verloren,» sagt Otto Sieber, Zentralsekretär von Pro Natura. «Wir brauchen gesetzliche Rahmenbedingungen, welche die richtigen Anreize setzen. Und dazu braucht es Politiker und Politikerinnen, die, auch über die Parteigräben hinweg, das konkrete umweltpolitische Ziel ins Auge fassen können», betont der CEO des WWF Schweiz, Hans-Peter Fricker.

«Das umweltrating.ch ist nur eine Zwischenbilanz – in zwei Jahren werden die Umweltorganisa-tionen vor den Eidgenössischen Wahlen 2011 wieder Bilanz ziehen», kündigt Caroline Beglin-ger vom VCS an. Sortiert nach Kantonen, Parteien und Themen werden sich dann die Wählerin-nen und Wähler erneut ein detailliertes Bild davon machen können, welche der Kandidatinnen und Kandidaten ihre Stimme verdienen und welche sie besser von ihrer Wahlliste streichen.

Das Umweltrating der Umweltorganisationen im Internet:
www.umweltrating.ch
Medienmitteilung Pro Natura

Beitrag kommentieren