S-Bahn

Umweltpolitisch problematische Tariferhöhungen

  • Dominique Haiden
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800px-Züricher_S-Bahn_Re_450Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz ist besorgt über die erneuten Tariferhöhungen im öffentlichen Verkehr. Insbesondere die angekündigten Preissteigerungen bei den Generalabonnementen (GA) überschreiten eine Schmerzgrenze: 10 Prozent höhere Preise für ein GA innert nur zwei Jahren sind zu viel. Der VCS ruft die SBB und die Verkehrsbetriebe auf, ihre Tarifmassnahmen zu überdenken. Ein solcher Anstieg entspricht in keinerlei Weise der Teuerung und ist auch umweltpolitisch höchst problematisch.

Insgesamt fallen die von der SBB und dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) angekündigten Tarifanpassungen moderat aus. Eine durchschnittliche Erhöhung um 1,5 Prozent ist aus Sicht des VCS vertretbar. Trotzdem sind die geplanten Preisaufschläge zwischen 3 und 6 Prozent bei den GA aus Sicht des VCS äusserst problematisch. Damit würde der Preis des GA 2. Klasse innerhalb von zwei Jahren um fast 10 Prozent in die Höhe klettern. Das 1.-Klasse-GA würde im selben Zeitraum gar um mehr als 10 Prozent teurer.

Ein solcher Preisanstieg wäre auch umweltpolitisch problematisch, denn es drohen weitere Tariferhöhungen. Verkehrsministerin Doris Leuthard will für den Ausbau des Schienennetzes die Trassenpreise, welche die Bahnen für die Benutzung der Infrastruktur zahlen, um 10 bis 12 Prozent erhöhen. Diesen Betrag würden die Bahnen in den nächsten Jahren auf ihre Kundschaft abwälzen. Auch die Preiserhöhung des Gleis 7-Abonnements um 30 Prozent macht skeptisch. Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren. Das Gleis 7- Abonnement hat sich bei den Jungen als umweltfreundliche und sichere Alternative zum Auto bewährt.

Es liegt auf der Hand, dass die SBB und die übrigen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs mit derartigen Preissteigerungen Kundschaft verlieren werden. Gleichzeitig ist es unvermeidbar, dass wieder mehr Leute aufs Auto umsteigen. Dieses Risiko ist umso grösser, als das Autofahren kaum teurer wird: Doris Leuthard plant, den Benzinpreis um lediglich 7 bis 10 Rappen zu verteuern. Die Gesamtkosten fürs Autofahren stiegen damit um etwa 2 Prozent – und das erst noch deutlich später als die Bahntarife. Dies ist kontraproduktiv: So werden die Reisenden dazu ermuntert, dass Auto statt der umweltfreundlichen Bahn zu benutzen. Gleichzeitig sänken die Einnahmen der Verkehrsbetriebe.

Weitere Informationen

VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Bild: Sta92 (Wikimedia Commons)

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