Wolfs-Nachwuchs sowohl im Tessin wie auch im Graubünden (Symbolbild) © diapicard [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
Wolfs-Nachwuchs sowohl im Tessin wie auch im Graubünden (Symbolbild) © diapicard [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com

Umwelt- und Tierschutzverbände sagen Nein zum «Abschussgesetz»

  • Selina Fehr
  • 9

Für BirdLife Schweiz, Pro Natura, WWF Schweiz und den Schweizer Tierschutz STS ist das revidierte Jagd- und Schutzgesetz so wie es heute im Ständerat verabschiedet wurde, zum reinen «Abschussgesetz» verkommen. Falls das Gesetz nicht mehr deutlich verbessert wird, werden es die Organisationen mit einem Referendum bekämpfen.

Aus naturschützerischer Sicht, ist die Revisionsvorlage des Jagd- und Schutzgesetzes ein Rückschritt. Zu bemängeln ist nicht nur, dass Biber und Luchse zum Abschuss frei gegeben werden, auch sollen in Zukunft nicht nur einzelne Tiere geschützter Tierarten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlaubt werden. Ein weiterer Minuspunkt betrifft die Wölfe: Sie sollten künftig auch abgeschossen werden dürfen, wenn die Raubtiere keinen grossen Schaden anrichten. Zudem sollte keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen bestehen. Ausserdem sollen laut dem Ständerat Entscheide der kantonalen Jagdvollzugsbehörden, die jagdbare Tierarten betreffen, nicht dem Beschwerderecht unterliegen. Gute Neuigkeiten gibt es nur für einige Wildentenarten: Sie werden neu von der Jagd ausgenommen und unter Schutz gestellt.

Die Stimmen der grossen Schweizer Umweltverbände

Folgende vier Naturschutz-Organisationen drohen mit einem Referendum, falls das Gesetz nicht mehr verbessert wird:

«Was der Ständerat heute als Revisionsvorlage präsentiert ist ein Angriff auf den Artenschutz in der Schweiz. Und das, obwohl die Biodiversität bereits jetzt dramatisch reduziert ist! In der Schweiz stehen 40% der Brutvogelarten und 30% der Säugetiere auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Das sind Rekordzahlen auf europäischer Ebene.»
Werner Müller, BirdLife Schweiz

«Dass geschützte Tiere getötet werden sollen, ohne dass sie je Schäden angerichtet oder Probleme verursacht haben, das akzeptieren wir nicht.»
Sara Wehrli, Pro Natura

«Der Bund ist per Verfassung verpflichtet, die Schweizer Arten zu schützen. Mit dieser Revision nimmt er seinen Schutzauftrag und seine internationalen Verpflichtungen nicht mehr wahr.»
Gabor von Bethlenfalvy, WWF Schweiz

«Für uns ist besonders störend, dass das neue Gesetz sogar den Abschuss von Jungwölfen erlauben würde.»
Heinz Lienhard, Schweizer Tierschutz STS

9 Kommentare

  • Igor

    Und wieder einmal wird auf Emotionen abgezielt. Mit einem kleinen, zusammen gefassten Text ohne detaillierten Informationen. Schade.

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  • Rita

    Ich schäme mich Schweizerin zu sein bei solchen Politikern..!!

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  • Natalie Gugg

    Ich finde nicht wirklich passenden Worte für das was unser Parlament hier bestimmt. Es ist einfach nur abscheulich und unendlich traurig, wie wir mit unserer Natur und den Tieren umgehen. Was nimmt sich da der Mensch raus?!!

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    • Rita

      👍👍👍 Bin derselben Meinung!

  • Marianne de Quervain

    Wer ist denn gefährlich ? Ich meine unsere wirtschaftsorientierte Baulobbi die im Parlament sitzt! Die sollte mann abschiessen.
    Unbedingt das Referendum ergreifen!!!

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  • Otto Künzli

    Ein weiterer unverständlicher Entscheid des Bundeparlaments, die jetzt geschützten Wildtierarten einfach zum Abschuss frei zu geben
    und in einem Kanton sogar die Herdenschutzhunde zu verbieten.
    Ich wohne in Spanien und es scheint mir, dass in der Schweiz dieselben Zustände bezüglich Tierschutz sein könnten wie hier.
    Jeder der ein Gewehr hat kann Tiere abknallen und darüber noch Siolz sein.
    Unverständlich und Lausig !
    Otto Künzli, Spanien

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  • René M. Levkowicz

    Erst wenn Wölfe und Luchse zur wirlichen Gefahr für bewachte Tierherden werden, sollte man ihre Anzahl reduzieren. Und Herden-
    schutzhunde müssen so geschult werden, dass sie keine Menschen
    angreifen. Sie gehören in Hundeschulkurse, wie andere Hunde auch.

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  • lara

    Wenn ein Schaf ein Wol reisst, dann „richtet er massiven Schaden an“.. und wie viel Tiere „reissen“ wir Menschen jeden Tag? MILLIONEN!!!!! und die durften vorher nicht in der Natur leben.. Man kann das einfach nicht mehr ernst nehmen. Mit unserer Massentierhaltung und falscher Ernährung zerstören wir unsere Erde und alles was drauf lebt. Aber es ist ja der böse Wolf den man auch noch töten „muss“…………………. traurige Menschheit :(

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  • Marie-Louise Habegger

    … keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen“, …“nicht dem Beschwerderecht unterliegen“, …“einige Wildentenarten: Sie werden neu von der Jagd ausgenommen und unter Schutz gestellt.“ Es ist einfacher, Raubtiere abzuknallen, als die Herden wirklich zu schützen. Dabei müsste jedem Senn oder Schäfer doch das Wohl seiner Tiere am Herzen liegen! Doch so lange es Geld gibt, für ein gerissenes Schaf, …! Sieht aus, als wolle der Bund seine Verantwortung abgeben. Wir haben uns doch für die Würde des Tieres entschieden, wo bleibt denn diese für die Wilden? Und wie lange werden Wildenten unter Schutz bleiben?

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