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In der Schweiz werden weniger Pflanzenschutzmittel verkauft als in den Jahren zuvor. © amissphots, via pixabay

Umstrittenes Glyphosat wird deutlich weniger verkauft

  • Stefanie Wermelinger
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In der Schweiz werden weniger Pflanzenschutzmittel verkauft. Die Glyphosat-Verkäufe sanken sogar um rund 45 Prozent. Wirkstoffe, welche sowohl in der biologischen als auch in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden können, nahmen hingegen zu.

Die Verkaufsstatistik von Pflanzenschutzmitteln (PSM) für den Zeitraum von 2008 bis 2017 zeigt: Die Gesamtverkaufsmenge an PSM nimmt seit dem Jahr 2013 immer weiter ab. Gerade bei den Herbiziden, besonders stark beim Glyphosat, zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Zudem nehmen PSM ab, welche nur in der konventionellen Landwirtschaft angewendet werden dürfen, wie das Bundesamt für Landwirtschaft berichtet.

Glyphosat-Verkauf bricht ein

Im vierten Jahr in Folge war die Gesamtverkaufsmenge von Pflanzenschutzmitteln rückläufig und betrug im Jahr 2017 noch 2030 Tonnen. Eine detaillierte Analyse der Zahlen zeigt, dass zwischen 2008 und 2017, circa 250 Tonnen Herbizide weniger verkauft wurde. Dies entspricht einem Rückgang von 29 Prozent. Dieser deutliche Rückgang ist vor allem auf die geringen Verkaufsmengen an Glyphosat zurückzuführen, die 2017 um 45 Prozent zurückgingen und auf 186 Tonnen zu liegen kamen. Eine weitere Erklärung für den geringeren Herbizid-Verbrauch ist, dass vermehrt auf mechanische Unkrautbekämpfung gesetzt wird.

Mehr Wirkstoffe für die biologische Landwirtschaft

Die Verkäufe von Wirkstoffen, die in der biologischen Landwirtschaft eingesetzt werden können, erhöhten sich im Zeitraum 2008 bis 2017 um 40 Prozent. Diese Entwicklung lässt sich teilweise damit erklären, dass im Laufe der letzten zehn Jahre eine immer grössere Landwirtschaftsfläche für den Biolandbau genutzt wird (plus 33 Prozent). Ausserdem verwenden auch immer mehr konventionell produzierende Landwirtinnen und Landwirte diese Produkte, anstelle von anderen PSM.

Rückgang bei den übrigen Produkten

Die Verkaufsmengen an PSM, die ausserhalb der biologischen Landwirtschaft angewendet werden dürfen gingen seit 2011 um 27 Prozent auf 1250 Tonnen zurück. Einige dieser PSM bergen ein besonderes Risikopotenzial, unter anderem aufgrund ihrer Akkumulation im Boden. Im Aktionsplan Pflanzenschutzmittel wurde das Ziel gesetzt, die Verwendung dieser Produkte bis 2027 gegenüber der Referenzperiode 2012–2015 um 30 Prozent zu senken. Ein Rückgang um 14 Prozent lässt sich bereits feststellen.

Glyphosat immer noch unter meistverkauften Wirkstoffen

Zu den zehn meistverkauften Wirkstoffen zählen Kupfer, Paraffinöl, Rapsöl und Schwefel, die sowohl in der biologischen als auch in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden können. Glyphosat (Herbizid), Folpet (Fungizid, Weinbau), Mancozeb (Fungizid, Kartoffeln), Chlorothalonil (Fungizid, Getreide und Gemüse), Metamitron (Herbizid, Zuckerrüben) und Captan (Fungizid, Obstbau) sind die übrigen Produkte in dieser Gruppe der 10 meistverkauften Wirkstoffe.

Der Rückgang beim Verkauf von Pflanzenschutzmitteln ist zwar positiv, allerdings sollte man sich bewusst sein, dass trotzt dieses Rückgangs im Jahr 2017 immer noch 2030 Tonnen PSM verkauft wurde. Davon handelt es sich bei 186 Tonnen um das umstrittene Glyphosat, welches von der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2015 als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft wurde. Das Potential und die Notwendigkeit, die PSM weiter zu verringern ist vorhanden.

1 Kommentar

  • Wiebke Egli

    Das Bild passt nicht zum Inhalt. Auf dem Bild wird Gülle auf den Stoppeln eines abgeernteten Feldes ausgebracht. Im Artikel geht es um die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Diese werden mit andere Technik ausgebracht, da sie feiner dosiert werden müssen.

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