Barbenpaar-vor-Leiteinrichtung-1_Eawag

Umleitung für Fische

  • Daniela Cervenka
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Fischtreppen ermöglichen Nasen, Barben und Co. Wasserkraftwerke zu passieren und flussaufwärts zu wandern. Da sich Fische bei der Wanderung flussabwärts jedoch an der Hauptströmung orientieren, finden sie den Einstieg für die Fischtreppen nicht. Bei kleinen Kraftwerken schützen zum Beispiel Feinrechen die Fische vor den Turbinen und Bypässe ermöglichen das Kraftwerk zu umgehen. Feinrechen können wegen den höheren Wassermengen bei grossen Kraftwerken jedoch nicht eingesetzt werden.

Ein Forschungsprojekt des Verband Aare-Rheinwerke mit Beteiligung der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der  ETH Zürich und des Wasserforschungsinstitut Eawag soll herausfinden, mit welchen Massnahmen der Fischabstieg bei grösseren Flusskraftwerken verbessert werden kann, möglichst ohne dabei die Stromproduktion zu schmälern. Der Weg durch die Turbinen ist zwar nur für einen kleinen Prozentsatz der Fische tödlich, jedoch ist dies schon zu viel (naturschutz.ch berichtete).

In Modellversuchen wird zurzeit untersucht, wie Barben, Äschen oder Schneider mit speziellen Rechen umgeleitet werden können und so nicht in die Turbinen kommen. „Die Modellversuche liefern wichtige Aussagen darüber, welche Strömungsverhältnisse sich im Nahbereich der Rechenstäbe einstellen und wie hoch die Erzeugungsverluste für das Kraftwerk sind“, erläutert Professor Dr. Robert Boes der VAW.

Wie die NZZ berichtet, gibt es schon einige vielversprechende Resultate. Bei einer schrägen Anordnung der Stabelemente (45 Grad, Abstand 5 Zentimeter) wählten über 80% der Barben die Umleitung. Bei geringen Fliessgeschwindigkeiten sind die Ergebnisse für die Barben und Schneider noch vielversprechender. Steigt jedoch die Fliessgeschwindigkeit, sinkt auch die Erfolgsquote. Der Versuch musste bei den Äschen abgebrochen werden, da sie lieber wieder zum Ausgangspunkt zurückschwammen, anstatt sich für die Umleitung oder die Turbine zu entscheiden.

Diesen Sommer soll ein Schlussbericht zur Studie vorliegen. Allerdings gelten diese Ergebnisse nur unter Laborbedingungen. Wie die Ergebnisse auf ein Flusskraftwerk übertragen werden können, muss noch überprüft werden. Die grossräumigen Wanderverhalten der Fische im Fluss müssen ebenfalls noch weiter erforscht werden.

Medienmitteilung (Eawag)

Bild: Barbenpaar vor Leiteinrichtung

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