© W*** [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Umfrage: Die Schweiz ist umweltbewusster geworden

  • Kathrin Ruprecht
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Das Umweltbewusstsein der Schweizer Bevölkerung ist deutlich gewachsen. Dies zeigt die heute publizierte Studie Univox Umwelt 2014. Vor allem dem Klimawandel wird der Kampf angesagt, und zwar von Anhängern sämtlicher Parteien.

Eine klare Mehrheit von 57% der Bevölkerung sieht sich Ende 2014 als überdurchschnittlich umweltbewusst, im Vorjahr waren es mit 49% noch weniger als die Hälfte, schreibt der WWF und gfs-zürich. Auch der Anteil derjenigen, die ihr tatsächliches Umweltverhalten als überdurchschnittlich beurteilen, ist um 3% auf 48% gestiegen. Dabei verschwinden die Unterschiede zwischen Geschlecht, Alter und Einkommensklassen mehr und mehr. Das zeigt die repräsentative Univox Umwelt 2014 Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz.

Von den 1009 Teilnehmern der Studie sehen über zwei Drittel (69%) den Klimawandel als eines der grössten Umweltprobleme, auch wenn sich erst gut ein Drittel persönlich betroffen fühlt. 71% finden, dass mehr für den Klimaschutz getan werden muss. Für eine Mehrheit (51% dafür, 23% dagegen) sollte die Schweiz gar den Anspruch haben, das klimafreundlichste Land Europas zu werden. Dem Klimawandel wird also der Kampf angesagt, und die meisten sehen jeden Einzelnen in der Verantwortung dafür. Doch fällt die Umsetzung im Alltag mit freiwilligen Massnahmen alleine nicht allen leicht: Immerhin rund ein Drittel fährt weniger Auto und gerade mal rund ein Fünftel spart zu Hause Strom und Heizöl.

Gross ist dafür die Unterstützung für mehr staatliche Klimaschutzmassnahmen (56%). So wird auch die Energiewende klar positiv eingeschätzt: Für die meisten Menschen ist die Energiewende nicht nur eine gute Idee (77%), sondern ein umsetzbares Ziel (55%). 15% erwarten Nachteile für die Wirtschaft, während 44% die Energiewende als wirtschaftlich vorteilhaft einschätzen. „Für eine Mehrheit sind Umweltschutz und wirtschaftliches Wohlergehen offenbar kein Gegensatz“, sagt Andreas Schaub, Geschäftsführer von gfs-zürich. „Die Energiewende wird gar als wirtschaftliche Chance wahrgenommen.“

Ganz generell unterstützt die Bevölkerung sämtliche abgefragten staatlichen Massnahmen für den Umweltschutz, insbesondere fürs Energiesparen und zum Schutz des Bodens. Als Grund nennen die Menschen die Sorge um grosse Umweltbelastungen, die Liebe zur Natur und die Verantwortung für künftige Generationen. Als wichtigste Probleme neben dem Klimawandel werden der hohe Ressourcenverbrauch generell sowie die Kernkraft wahrgenommen. Selbst bei Sympathisantinnen und Wählern der SVP überwiegen die Bedenken gegenüber der Atomkraft und die Angst vor dem Klimawandel. „Die Univox Studie macht Mut“, sagt Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz. „Denn die Studie zeigt, dass die Bevölkerung oft umweltfreundlicher denkt als die politischen Entscheidungsträger.“ Umweltschutz – Last oder Chance? Diese Frage steht schwarz auf weiss auch im Zentrum der neue WWF Klimaschutz Kampagne, die heute startet. Mit ihr fordert der WWF alle auf, Position zu beziehen.

1 Kommentar

  • Christine Dobler Gross

    Warum wählen den die Leute trotz ihrem selbst so gefühlten Umweltbewusstsein nicht umweltbewusst, sofern sie überhaupt wählen gehen? Ich frage mich bisweilen, wie denn so eine Eigenwahrnehmung mit der Realität übereinstimmt……sehen könnte man dies jedenfalls daran, dass Leute, die sich für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen, gewählt anstatt abgewählt werden. So erst kürzlich geschehen.

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