Schutzzonen_Haubentaucher_300

Uferschutzzone bringt seltene Vögel zurück

  • Eliane Küpfer
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Zum Schutz gefährdeter Arten hat der Kanton Zürich an verschiedenen Gewässern See- und Uferschutzzonen eingerichtet. Diese ganzjährig oder saisonal gesperrten Seeflächen sind der Natur vorbehalten, setzen der zunehmenden Freizeitnutzung also Grenzen. Doch bringen die geschützten Lebensräume auch etwas? Die kantonale Fachstelle Naturschutz wollte es genau wissen und hat deren Wirkung erstmals in einer Langzeitstudie am Greifensee systematisch untersuchen lassen.

Die anfänglich stark umstrittenen See- und Uferschutzzonen am Greifensee wurden mit der neuen Schutzverordnung 1994 festgelegt Die Studie untersuchte die Bestände von Brutvögeln am Greifensee von 1994 bis 2012. Sie zeigt, dass die Beruhigung von Teilen der Seeflächen, die Einschränkungen für den Wassersport, Erholungssuchende und Fischer mit sich bringt, wichtig und lohnend ist – denn sie fördert den Fortbestand vieler seltener und bedrohter Vogelarten. Die für die Brutvögel wichtigen Schilfgürtel haben sich am Greifensee innerhalb der Schutzzonen seit 1994 wieder ausgedehnt. Inzwischen brütet dort die seltene Zwergdommel wieder, unsere kleinste Reiherart. Auch der Rohrschwirl, ein heimlicher Schilfbewohner, kehrt seit einigen Jahren wieder zum Brüten ins Greifensee-Röhricht zurück.

Wichtig sind die vom Menschen unbehelligten Zonen besonders in der Brutzeit im Frühling und Sommer. So befanden sich die bevorzugten und am dichtesten besiedelten Brutgebiete des Haubentauchers, eines am Brutplatz sehr störungsanfälligen Schilfbrüters, in den geschützten Uferabschnitten. Wegen den geringeren Störungen auf dem Wasser konnten die Haubentaucher hier auch mehr Junge aufziehen und im Herbst ungestört ihr Federkleid wechseln. Und dank den Schutzzonen konnte die kantonale Fachstelle Naturschutz Flosse für die gefährdeten Flussseeschwalben im See verankern. Auf diesen künstlichen Inseln innerhalb der geschützten Bereiche können die eleganten Segler, deren Bestände stark gefährdet sind, nun in Ruhe und unbehelligt von Badenden und Wassersportlern brüten.

Die Studie zeige, dass die See- und Uferschutzzonen ein sinnvolles Nebeneinander von Mensch und Natur in den sowohl für die Erholung als auch den Naturschutz wichtigen Seenlandschaften ermöglichen. „Die Schutzzonen bewähren sich offensichtlich, und die meisten Menschen sind gerne bereit, gewisse Einschränkungen zu Gunsten der Natur in Kauf zu nehmen“, meint Ursina Wiedmer, Leiterin der kantonalen Fachstelle Naturschutz. Viele schätzten die unverfälschte Natur inmitten des dicht besiedelten Kantons Zürich – nicht zuletzt auch wegen den schönen Naturerlebnissen, die dank der Schutzmassnahmen möglich sind und wegen der gezielten Aufwertungen, die rund um den Greifensee auch für Erholungssuchende vorgenommen wurden. Die Resultate lassen sich auch auf andere Schutzgebiete übertragen.

Bild © Marcel Ruppe: Der Haubentaucher zieht als Brutplatz die See-und Uferschutzzonen vor und bringt dort mehr Junge auf als ausserhalb dieser Zonen.

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