© Ihtnl [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Über­sicht über Bauen ausserhalb der Bauzone gefordert

  • Roman Vonwil
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Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) fordert den Bundesrat auf, endlich eine Über­sicht über das landwirtschaftliche Bauen ausserhalb der Bauzone zu schaffen. Hunderte von Bewilligungen werden jährlich für Stallbauten erteilt. Teilweise kommen landwirtschaftliche Neubauten in Schutzgebieten und auf wertvollen Kulturlandflächen zu liegen. Niemand al­lerdings weiss, wie viele Bauten es sind und wie viel Fläche damit verloren geht.

Die Schweiz kann ihre Tiere zur Milch- und Fleischproduktion schon lange nicht mehr selber ernäh­ren. Hohe Futtermittelimporte und vielfältige Umweltprobleme sind die Folge. Dennoch werden laufend neue Ställe ganz oder teilweise ohne eigene Futterbasis bewilligt und oft sogar mit öffentlichen Mitteln subventioniert. Diese Entwicklung widerspricht den agrarpo­litischen und raumplanerischen Zielsetzungen und sie bedrängt darüber hinaus die bäuer­liche Primärlandwirtschaft.

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) und Vision Landwirt­schaft fordern umgehende Korrekturen. Dabei machen sie auch mit einer Studie aufmerksam, dass weder der Bund noch die Kan­tone oder die Gemeinden Zahlen zum landwirtschaftlichen Bauen ausserhalb der Bauzone erfassen. Insbesondere ist derzeit nicht bekannt, in welchem Umfang und zu welchem Zweck landwirtschaftliche Bauten ausserhalb der Bauzone erstellt werden.

Es ist unklar, wieviele Ställe, für welche die Futterbasis auf dem eigenen Betrieb teilweise oder ganz fehlt, bewilligt werden. Zahlen über die Zunahme beim Geflügel lassen darauf schlies­sen, dass beispielsweise für die Pouletmast derzeit eine starke Zunahme in Gange ist, und Beispiele zeigen, dass diese Ställe im Widerspruch zum Raumplanungsgesetz (RPG) und zum Ziel des Kulturlandschutzes aus Gründen des nötigen Abstands als Folge der Emissionen meist in der offenen Landschaft auf guten landwirtschaftlichen Böden gebaut werden. Einheitliches Zahlenmaterial kann es in Zukunft erlauben, solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Auswirkungen abzuschätzen.

Kurt Fluri, Nationalrat und Präsident der SL, fragt daher mit einer Interpellation den Bundesrat an, ob dieser bereit sei, die Grundlagen für eine schweizweit verbindliche und einheitliche, detaillierte Erfassung landwirtschaftlicher Bauten ausserhalb der Bauzone zu schaffen, insbesondere zu deren Umfang, Zweck und räumliche Lage. Das Thema Stallbau ausserhalb der Bauzone dürfte damit in der zweiten Revision des RPG, die sich zur Zeit in der Vernehmlassung befindet, ein wichtiges Thema werden.

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