UBS-Gelder: Für einen Bruchteil gäbe es wirksamen Klimaschutz

  • Redaktion Naturschutz
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68 Milliarden Franken setzt die Schweiz für die Rettung einer Bank ein. Mit einer Milliarde Mehrinvestitionen pro Jahr könnte man die Wohngebäude des Landes so gut isolieren, dass ihr Energieverbrauch um die Hälfte sinken würde. Damit liessen sich die Heizkosten halbieren, die Wirtschaft beleben und die Treibhausgas-Emissionen entscheidend reduzieren. Das ist dringend nötig, denn der Klimawandel birgt grössere wirtschaftliche Risiken als die Krise der Finanzbranche.

Bund und Nationalbank müssten einspringen, um die Schweizer Volkswirtschaft vor den möglicherweise viel höheren Kosten eines Bankenkollapses zu schützen. So begründet der Bundesrat die 68-Milliarden-Zusage an die UBS. Mit dieser Überlegung müsste die Regierung im Klimaschutz erst recht handeln. Schliesslich hat der ehemalige Weltbank-Chefökonom Nicholas Stern die Schäden eines ungebremsten Klimawandels auf 5 bis 20 Prozent des Bruttosozialprodukts veranschlagt. Das wären global bis zu 5500 Milliarden Euro, während die Kosten der aktuellen Finanzkrise auf 1500 Milliarden Dollar geschätzt werden.

Die Vorsorge ist vergleichsweise günstig: Für einen effektiven Klimaschutz müsste die Menschheit rund ein Prozent des Bruttoinlandprodukts oder 270 Milliarden Euro pro Jahr investieren, hat Stern errechnet. Das gilt auch für die Schweiz. Mit einer Milliarde Franken Mehrinvestitionen pro Jahr könnten beispielsweise die Hausbesitzer hierzulande ihre Wohngebäude bis 2035 so gut isolieren, dass diese nur noch halb so viel Energie brauchen. „Das bringt langfristigen und anhaltenden Gewinn“, sagt WWF-Klimaexperte Christian Zeyer. Die Heizkosten wären halbiert. Gleichzeitig würde eine solche Isolations-Offensive die einheimische Wirtschaft beleben, die Abhängigkeit vom Ausland mindern und die vom Uno-Klimarat IPCC geforderte Treibhausgas-Reduktionen in Griffweite bringen. Der IPCC hat festgestellt: Sollen unberechenbare Kippeffekte mit möglicherweise katastrophalen Folgen verhindert werden, muss die globale Klimaerwärmung unter 2 Grad bleiben, verglichen mit vorindustriellen Temperaturen. Das heisst für die Schweiz: mindestens 30 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen bis 2020. So lautet darum auch die Forderung der Klima-Initiative, die der WWF mit 30 weiteren Organisationen eingereicht hat.

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