© Xavier Béjar [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Tümpelbau-Offensive: 100. Froschparadies gebaut

  • Roman Vonwil
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Im Kanton Waadt hat Pro Natura den 100. Tümpel im Rahmen ihrer Tümpelbau-Offensive fertiggestellt. Fast wöchentlich entsteht landauf und landab ein neues Feuchtgebiet zur Rettung der bedrohten Frösche, Kröten, Molche und Salamander. Pro Natura plant, baut und finanziert nicht nur selber, sie ruft schweizweit alle Gemeinden dazu auf, an geeigneten Stellen ebenfalls ein neues Feuchtbiotop zu erstellen.

In L’ Abergement VD hat die Pro Natura Sektion Waadt den 100. Tümpel der Pro Natura Tümpelbau-Offensive geschaffen. Mit einer Fläche von 24 Quadratmetern und einer maximalen Tiefe von 90 Zentimetern wird er am Ende der Winterperiode der stark bedrohten Geburtshelferkröte ein neues Zuhause bieten. Asthaufen in der Umgebung sowie neu geschaffene Steinhaufen bieten der Kröte den ebenfalls nötigen Landlebensraum. Hundertfach wurden in der Schweiz seit Lancierung der Tümpelbau-Offensive vor zwei Jahren solche neuen Nasszonen angelegt. Es braucht aber noch mehr. Grund für diesen Effort ist die desolate Lage der einheimischen Frösche, Kröten, Molche und Salamander.

Amphibien sind in der Schweiz stark bedroht. 70 Prozent aller Frosch-, Kröten-, Molch- und Salamander-Arten sind auf der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Beispielsweise hat sich das Vorkommen der Geburtshelferkröten während der vergangenen 25 Jahre beinahe halbiert. Grund für das Amphibien-Elend ist vor allem das Trockenlegen von Wiesen und Weiden, die Zerschneidung der Landschaft durch Strassen und Infrastrukturen sowie das Begradigen von Bächen und Flüssen. «Frosch & Co. fehlt in erster Linie das Nass in unseren Landschaften. Alle Amphibienarten brauchen unbedingt Feuchtlebensräume für die Fortpflanzung oder für die Jagd auf Insekten und andere Kleintiere», sagt Beat Hauenstein, Koordinator der Kampagne «Mehr Weiher für Frosch & Co.».

Damit auch künftige Generationen das Quaken eines Frosches nicht einzig als exotischen Klingelton ihres Handys kennen, braucht es das Engagement von uns allen. Deshalb ersucht Pro Natura alle Gemeinden der Schweiz um Mithilfe bei dieser Tümpelbau-Offensive. «Wir suchen Gemeinden, die an geeigneten Stellen entweder bestehende Gewässer geschickt miteinander vernetzen oder eben einen neuen Tümpel erstellen. Damit wäre den bedrohten Tieren schon viel geholfen. Pro Natura unterstützt mit Rat und Tat», erklärt Beat Hauenstein.

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