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Trotz hoher Temperaturen wird mehr geheizt

  • Nicole Wabersky
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Das Heizen von Wohnungen, Büros und Fabriken ist einer der grossen Energieposten der Schweiz. 2011 entfielen darauf gut 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Die Klimaerwärmung wird sich künftig auf den Verbrauch der Heizenergie auswirken. Je nach Szenario muss in der Schweiz 2050 zwischen fünf und 21 Prozent weniger geheizt werden.

Doch führt dies tatsächlich zu einer entsprechenden Verringerung des Energieverbrauchs und damit zu einer Reduktion der CO2-Belastung? Dieser Frage sind Klima- und Umweltökonomen des Berner Oeschger-Zentrums um die beiden Professoren Ralph Winkler und Philippe Thalmann nachgegangen. Ihre im Rahmen des Klimafolgenberichts «CH2014-Impacts» entstandene Studie zeigt, dass sich der Verbrauch an Heizenergie nicht proportional zu den Schwankungen der Aussentemperatur verhält.

Verantwortlich für diese auf den ersten Blick widersprüchliche Entwicklung ist der sogenannte Rebound-Effekt. Dieser beschreibt, wie Konsumenten das Einkommen, das ihnen durch eingesparte Energie zusätzlich zur Verfügung steht, ausgeben. Beim direkten Rebound wird mehr Energie nachgefragt, da sie effizienter und dadurch billiger angeboten wird. Bezogen aufs Heizen bedeutet dies: Wer weniger für die Wärme bezahlt, leistet sich mehr Wohnkomfort und hebt die Raumtemperatur an.

Dass dieses in der Theorie beschriebene Verhalten mit der Praxis übereinstimmt, konnten die Berner Forschenden anhand von Daten der Firma NeoVac ATA AG nachweisen. Dabei wurden über 175’000 Abrechnungen aus den Jahren 2000 bis 2010 mit den sogenannten Heizgradtagen verglichen. Ergeben hat dies, dass zumindest ein Teil der eingesparten Heizkosten gleich wieder für zusätzliches Heizen ausgegeben wurde.

Medienmitteilung der Universität Bern

Bild: Bios [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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