Triftgletscher2006

Trocknet die Schweiz aus?

  • Caroline Nienhuis
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Triftgletscher2006Die Zukunft in der Schweiz sieht trocken aus: Gletscher werden wegen der Klimaerwärmung verschwinden und es wird weniger regnen. Die Hitzewellen und Trockenphasen des vergangenen Sommers sind Vorboten von dem, was Klimaforscher ab 2050 für die Schweiz erwarten. Im Vergleich zu 1990 werden die mittleren Temperaturen um 1,8 bis 2,8 Grad ansteigen, gebietsweise sogar um vier Grad. Der Feuchtigkeitsgehalt im Boden wird abnehmen, die Grundwasserbildung reduziert und die Verdunstung zunehmen. Laut „Beobachter Natur“ droht das Wasser im Wasserschloss Schweiz knapp zu werden. Gefährdet sind vor allem Karstregionen im Jura sowie Flüsse, welche vom Schmelzwasser der Gletscher abhängen. Um Nutzungskonflikte vorzubeugen, ergründen Forscher die Wasserreserven der Schweiz.

Rund die Hälfte der Schweizer Grundwasserreserven liegen in Karstgebieten, welche nur 20 Prozent der Landesfläche einnehmen. Die Karstgebiete befinden sich hauptsächlich in den Voralpen, im Jura und in einigen Alpenregionen. Gemäss Pierre-Yves Jeannin, ein Hydrogeologe des Schweizerischen Instituts für Speläologie und Karstforschung, ist Karst anfällig auf Trockenheit. Hier versickert das Regenwasser schnell und lagert unterirdisch. Deshalb hat es an der Oberfläche laut „Beobachter Natur“ wenig Wasser und im Untergrund viel. Zurzeit sind die Karstreservoire wenig bekannt und schlecht erschlossen. Ein Karstinventar an dem Jeannins arbeitet, soll die Wassergänge erkunden.

Gemäss „Beobachter Natur“ steht es auch um die rund 1’500 Gletscher der Schweiz schlecht. Bis 2100 dürften die kleinen Gletscher ganz verschwunden sein und von den grösseren werden nur Fragmente übrig bleiben, meint der Glaziologe Andreas Bauder von der ETH Zürich. Der Wassermangel hängt direkt mit der Gletscherschmelze zusammen. Denn gehen die Gletscher zurück werden die Speicher, die im Sommer den Schnee vom Winter als Wasser abgeben, kleiner. Fehlt ein solcher Wasserreservoir, sind Konflikte zwischen Einwohnern, Touristen, Bauern und Naturschützer vorprogrammiert.

Beobachter Natur Artikel

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